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Drohnenpiloten für Rehkitzrettung gesucht

Leserbeitrag

1500 bis 3000 Rehkitze geraten jeden Frühling in den Mäher. Der Verein Rehkitzrettung Schweiz setzt sich für den Schutz der Tiere mit Hilfe von Drohnen und Wärmebildkameras ein.

Schutz im Hohen Gras

Im Spätfrühling bis in den Frühsommer hinein setzen Rehgeissen ihre Kitze ins hohe Gras in Waldnähe. Das Gras eignet sich für die Rehe hervorragend als Schutz gegen Fressfeinde, da sie die flach auf dem Boden liegenden Kitze nicht sehen können. Auch die Eigenheit, dass die Kitze in den ersten Tagen nach der Geburt keinen Eigengeruch haben, hilft, sich vor Fuchs und anderen hungrigen Wildtieren zu verstecken.

Leider funktionieren diese Eigenschaften nicht gegen Mähmaschinen. Da in den ersten Tagen auch der Fluchtinstinkt fehlt, werden immer wieder Kitze vermäht, d.h. entweder werden ihnen Gliedmassen abgetrennt oder sie werden gleich getötet. Im schlimmsten Fall leiden diese Tiere so lange, bis der herbeigerufene Jäger das Jungtier von seinen Schmerzen erlöst.

Neue Methode

Bisher versuchte man, mit «Verblenden», Vormähen und Verwittern von schlecht riechenden Substanzen, Rehe davon abzuhalten, ihre Jungen ins hohe Gras zu setzen. Diese Methode funktioniert nicht immer, was viele traurige Erlebnisse mit toten oder verstümmelten Tieren beweisen. Seit einigen Jahren gibt es nun eine neue technische Arbeitsweise, welche die bisherigen oben erwähnten Vergrämungsmassnahmen ergänzt und hilft, Kitze zu fast hundert Prozent vor dem sicheren Mähtod zu retten. So konnten im Jahr 2019 auf insgesamt 3279 Hektaren schweizweit total 751 Rehkitze gerettet werden.

Diese neue Art, Kitze zu retten, geschieht mit Drohnen. Diese lässt man über ein zu mähendes Feld fliegen und findet mit der angehängten Infrarotkamera verborgene Rehkitze. Dieses recht einfach beschriebene Vorgehen gilt als die aktuell sicherste Methode zur Rettung dieser Jungtiere. Weil die Mähtage meist sehr eng beieinander liegen, ist der Bedarf an Drohnenpiloten gross.

Drohnenpiloten gesucht

Um auch im nächsten Jahr die Anzahl geretteter Kitze im Zürcher Oberland zu vergrössern, werden Drohnenpiloten gesucht. Diese werden vom Verein Rehkitzrettung.ch geschult und professionell auf ihre Einsätze vorbereitet. Die Aufgebote erfolgen auf gemeinnütziger Basis. Das heisst, die Piloten erhalten für ihre Arbeit keine Entschädigung. Zusätzlich muss der Pilot willens sein, frühmorgens mit seiner Drohne zu fliegen. Die dazu nötige Ausrüstung muss ebenfalls vom Drohnenpiloten zur Verfügung gestellt werden und schlägt mit circa 5000 bis 6000 Franken zu Buche. Von grossem Nutzen sind hier auch zweckgebundene Spenden, welche dem Verein überwiesen werden können. Infos hierzu findet man auf der Webseite des Vereins. Belohnt wird man mit geretteten, lebenden Rehkitzen. Wie es ein Jäger einmal ausdrückte: «Es gibt nichts Schöneres, als ein unversehrtes Tier vor dem Mäher gerettet zu haben».

Infoveranstaltung
Der Jagdbezirksausschuss Oberland sucht zusammen mit dem Verein Rehkitzrettung.ch unter der Koordination des Drohnenpiloten Ruedi Kurmann weitere Piloten. Dazu findet Ende November für Interessierte aus dem Zürcher Oberland eine Online-Infoveranstaltung statt. Anmeldungen werden unter rehkitzrettung@kurmann.li entgegengenommen.

Rehkitzrettung.ch
Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins unterstützen Landwirte ehrenamtlich bei der Suche und dem Schutz von Rehkitzen. Dafür setzen sie Multikopter oder Drohnen und Wärmebildkameras ein, mit denen ein Drohnenpilot auf einem Feld ein Rehkitz erkennen und dieses dann vom Jäger mit einer Kiste zugedeckt und so geschützt werden kann. Landwirte, welche Rehkitze in ihren Feldern vermuten, können diese dem zuständigen Jäger in der Region melden, ein grosser Vorteil für den Piloten. Suchflüge können so schon Tage vor der Mahd vorbereitet werden.

Der Verein wird über Spenden finanziert und seine Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Wer den Verein finanziell unterstützen oder selber Rehkitzretter werden möchte, findet alle Informationen dazu auf der Webseite.

 

Ort:
8630 Rüti