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Bistro Wabene - Erfolgsgeschichte mit Hindernissen

Das motivierte Team des Bistro Wabene (von links oben): Patrick Rhyner, Nadia Kälin, Nicolas Ammann, Renate Siegenthaler
Leserbeitrag

Vor rund einem Jahr hat die Stiftung Wabe - Behindertenzentrum Wald an der Bahnhofstrasse in Wald ihr Bistro «Wabene» eröffnet. Die Wabe bietet Menschen mit einer IV-Rente einen Wohnplatz und eine Tagesstruktur an. Das Bistro Wabene, an bester Lage mitten im Dorf, bietet in der Küche und im Service drei geschützte Arbeitsplätze an. Zusammen mit einem Koch und einer Gastro-Angestellten führen diese Mitarbeitenden das Bistro.

Der Start war schwierig. Zwei Wochen vor seiner Eröffnung sah das Bistro noch sehr nach einer Baustelle aus. Es war zu befürchten, dass das Wabene nicht pünktlich eröffnen könnte. Doch dank dem grossen Einsatz aller Beteiligten konnte das schier Unmögliche doch noch möglich gemacht werden. 

Grosse Herausforderungen

Die Herausforderung, ein Bistro zu führen, war gross. Die brennende Frage lautete: Wie macht man das? Das Team musste sich neu finden und viel Neues und Ungewohntes erlernen. Ein paar Beispiele: Wie bedient man eine Kasse? Wie bedient man eine Kaffeemaschine? Wie sind die Abläufe von einer Bestellung bis zur Küche und dann wieder zum Kunden?

Es war herausfordernd. Allmählich wuchs das Team zusammen, bei der Arbeit kam immer mehr Freude auf. Jeder Gast bot eine Übungsplattform und brachte erfreulich viel Verständnis für die Anfangsschwierigkeiten der Mitarbeitenden auf. Der Alltag kam und somit auch die Routine. Alle wurden sicherer, die Abläufe wurden verinnerlicht und gingen schon bald leicht von der Hand.

Neue Normalität

Im März kam die böse Überraschung: Corona-bedingt musste das Bistro geschlossen werden. Doch zum Glück hat die Wabe noch andere Arbeitsangebote, vom Bistro wurde niemand arbeitslos. Jede und jeder konnte von da an in einem Atelier mitarbeiten. Diese Zeit war zwar ebenfalls herausfordernd, aber auch sehr spannend. Der Horizont der einzelnen Mitarbeitenden erweiterte sich, der Einblick in die anderen Ateliers war bereichernd.

Als im Sommer das Bistro wieder eröffnet werden konnte, galt es erneut, unbekannte Abläufe zu erlernen: Tische wurden entfernt, damit der Abstand zwischen den Gästen grösser wird und die Mitarbeitenden tragen jetzt Gesichtsvisiere. Dazu werden die Kontaktdaten der Kunden aufgenommen und alle Tische nach jedem Besuch desinfiziert. Verständlicherweise waren die Mitarbeitenden über diese neuen Bestimmungen nicht sehr glücklich. Doch irgendwie gewöhnten sich alle an die neue Normalität. Die einen eher und die anderen etwas später.

Das Wabene wird ein Bio-Bistro

«Trotz der vielen neuen Umstände im ersten Geschäftsjahr sind wir stolz auf das, was wir auf die Beine gestellt haben.» Die Verantwortlichen der Wabe ziehen eine positive Bilanz. «Wir haben bereits eine erfreulich grosse – und immer noch wachsende – Zahl an Stammgästen, die ihren Kaffee mit etwas Süssem oder ihr Mittagessen bei uns geniessen.»

Und wie geht es weiter mit dem Bistro Wabene? «Die vergangene Zeit hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, Lebensmittel in guter Qualität zu führen. Bereits jetzt sind Gemüse und Früchte sowie Milch und Gipfeli bei uns in Bioqualität erhältlich. Unser nächstes Ziel ist, ganz auf Bio umzustellen.»

 

Ort:
8636 Wald