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Verein Alte Windenmacherei Brüngger Wyla stellt sich vor

Leserbeitrag

Im alten Dorfkern von Wila, am Lochbachweg, steht ein kleines schmuckes Gebäude: die historische und unter Denkmalschutz stehende Windenmacherei. Drei Generationen der Handwerkerfamilie Brüngger haben dort seit 1874 Stockwinden hergestellt, ein Hebewerkzeug, mit dem von Hand Lasten von bis zu drei Tonnen angehoben werden können.

Was geschieht mit der Windenmacherei?

Alfred Brüngger, der letzte Windenmacher der Schweiz, der bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2009 mit viel Herzblut dort tätig war, war sich selber bewusst, dass sein Beruf und seine Werkstatt mit den rund hundertjährigen Maschinen, mit der eindrücklichen Transmissionsanlage, mit Esse, Amboss und dem Riesenblasbalg etwas Einmaliges sind. Er machte sich Gedanken, was wohl mit der Windenmacherei geschehen wird, wenn er sie nicht mehr selber betreiben und unterhalten kann. Er stellte diese Frage anderen Leuten im Dorf und bat sie, zusammen mit ihm nach Lösungen zu suchen. So wurde 2004 zuerst eine Arbeitsgruppe und ein Jahr später dann der Verein Alte Windenmacherei Brüngger Wyla gegründet.

Dokumentation

In den Vereinsstatuten steht: «Der Verein unterstützt uneigennützig den Erhalt der heute bestehenden Windenmacherei. Insbesondere kümmert er sich um die Dokumentation der vorhandenen Kenntnisse und Techniken und deren Erhalt»

Jahre später

Mitglieder des Vereinsvorstandes haben über Jahre hinweg das Handwerk und das Wissen von Alfred Brüngger gelernt: Auf den historischen Maschinen werden deshalb jetzt immer noch Windenteile hergestellt, an der Esse werden Eisenteile zum Glühen gebracht und anschliessend auf dem Amboss bearbeitet. Viel Wissen über die Geschichte der Stockwinden und über den Windenmacherberuf wurde gesammelt und dokumentiert. Bei Führungen haben schon viele Gruppen und Schulklassen die Werkstatt hautnah erleben dürfen, darf man doch in der Windenmacherei selber Hand anlegen und den Schmiedehammer schwingen.

Arbeit in der Werkstatt

Rund 70 Mitglieder unterstützen heute den Verein sowohl ideell wie auch finanziell mit einem Jahresbeitrag von 30 Franken oder mehr. Jeweils am ersten Samstag im Monat von 8 bis 12 Uhr (ausgenommen Dezember bis Februar) wird in der Werkstatt gearbeitet. Spontane Besucher sind willkommen.

Windenmachertag 2020 abgesagt!

Jährlich am ersten Samstag im September findet der sogenannte Windenmachertag - ein Tag der offenen Tür - statt. Wegen den Corona-Schutzmassnahmen, die in der kleinen Werkstatt und in der Festwirtschaft kaum einzuhalten sind, hat der Vereinsvorstand entschieden, diesen traditionellen Anlass im laufenden Jahr nicht durchzuführen.

Selbst Hand anlegen

Im kommenden Jahr hofft der Verein bei Führungen wie auch am Windenmachertag wieder viele Besucher begrüssen zu dürfen: es gibt rund um die Herstellung von Stockwinden nämlich viel zu erfahren, zu sehen, auch zu riechen und zu hören, und man darf kurbeln, heben, schmieden.

Weitere Informationen über Winden, zur historischen Werkstatt und zu den Vereinsaktivitäten findet man auf www.windenmacherei.ch.

Ort:
8492 Wila