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STV Volketswil mit Vortrag zu den neuen Bestimmungen von Spielzeug

Leserbeitrag

Sicherheit ist längst nicht das einzige Kriterium für gutes Spielzeug, das Grundthema des Fachvortrages in Volketswil. Das Spielmaterial sollte darüber hinaus pädagogisch sinnvoll sein – und ganz einfach Spaß machen!

Ein hochwertiges Spielzeug regt die Kreativität an und eröffnet dem Kind eine angemessene Vielfalt von Spielmöglichkeiten. In diesem Sinne ist beispielsweise eine Puppe mit passendem Zubehör sinnvoll. Die Puppe erlaubt dem Kind erste Rollenspiele auszuprobieren und eigene Alltagserfahrungen nachzuvollziehen. Wenn ein Kind allerdings nicht mit der Puppe spielen will, die die Eltern ausgesucht haben, sollten die Großen nicht enttäuscht sein: Es gibt viele Gründe, warum sich ein Kind in ein Spielzeug verliebt oder auch nicht. Statt dem Kind etwas aufzudrängen, sollte man ganz einfach abwarten.

Der kindlichen Kreativität weniger förderlich ist lärmendes und farblich schrilles Spielzeug, weil es die Aufmerksamkeit des Kindes zu stark bindet. Ausgeprägter Dogmatismus ist allerdings unangebracht: Niemand schadet ernsthaft dem Kindeswohl, wenn er seinem Sprössling ein Polizeiauto mit drei verschiedenen Sirenentönen (mit moderater Lautstärke) kauft. Nur sollte das hupende und blinkende Auto die Ausnahme im Kinderzimmer bleiben und nicht die Regel darstellen.

Einen guten Hinweis auf einen hohen Spielwert bietet das unabhängige Gütesiegel spiel gut, das diesen Qualitätsaspekt besonders berücksichtigt.

Altersgerechtes Spielzeug

Damit der Spielspaß dauerhaft anhält und sich vielleicht sogar ein Lerneffekt einstellt, sollten die Kinder weder unter- noch überfordert werden.

Ambitionierte Eltern, die ihrem Nachwuchs zu komplexe Spielwelten zumuten, ernten schnell Frust: Das überforderte – weil noch etwas zu junge – Kind wendet sich einfacheren Dingen zu. Und das eigentlich schöne und “wertvolle” Spiel wird monatelang links liegen gelassen. Auch eine deutliche Unterforderung wirkt sich negativ aus, weil das Kind sein Spielzeug bald “ausgespielt” hat und keine positive Anregung mehr bekommt.

Um dies zu verhindern, sollte man einerseits den Altersangaben der Spielzeughersteller Beachtung schenken, andererseits die Erfahrungen mit dem eigenen Kind berücksichtigen. In vielen Fällen bemessen die Hersteller die Altersangaben recht großzügig – die Folge ist, dass viele Kinder beim Erreichen des genannten Mindestalters in der Realität noch immer zu jung sind. Aufmerksame Eltern sollten sich bemühen, die Stärken und Schwächen ihrer Sprösslinge realistisch einzuschätzen und die Herstellerempfehlungen entsprechend zu relativieren.

Lärm

Auch Lärm kann krank machen. Zu lautes Kinderspielzeug ist nicht nur eine Belästigung, sondern kann die empflíndlichen jungen Ohren schädigen.

Im Extremfall kann bereits eine Rassel für ein Kleinkind zu laut sein. Ein höheres Risiko geht allerdings von Krachmachern wie Trillerpfeifen, Spielzeugpistolen und Knallfröschen aus. Auch der Kassettenrekorder lässt sich manchmal so weit aufdrehen, dass die Ohren “glühen”. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Kinder oft keinen Sicherheitsabstand von einer Lärmquelle einhalten. Der Ernstfall ist daher nicht das ewig dudelnde Kinderhandy, sondern die Spielzeugpistole, die mit 150 Dezibel knapp neben dem Kinderohr losgeht.

Wer schon beim Kauf einen realistischen Eindruck vom Lärmpotenzial bekommen will, sollte das Spielzeug zu Testzwecken direkt ans Ohr halten. Was für einen Erwachsenen dann zu laut ist, sollte man keinem ungleich sensibleren Kinderohr zumuten.

Bisphenol A

Bisphenol A ist ein wichtiger Grundstoff der chemischen Industrie und dient der Herstellung von Epoxidharzen und Polycarbonat. Aus Polycarbonat wird auch manches (Baby-)Spielzeug hergestellt.

Der Grad der Gefährdung, die von Bisphenol A (BPA) ausgeht, ist umstritten. Unter ungünstigen Umständen soll die Substanz negative Auswirkungen auf das Hormonsystem und sogar auf das Erbgut des Menschen haben. Offenbar ist das Risiko, dass BPA aus einem Plastikgegenstand freigesetzt wird, unter Wärmeeinwirkung erhöht. Das gilt zum Beispiel bei der Erwärmung einer Nuckelflasche, deren Plastik Bisphenol A beinhaltet.

Da die Substanz in zahlreichen Alltagsgegenständen vorkommt – auch solchen, die von Kindern in den Mund genommen werden – kann sich der Verbraucher kaum vor BPA schützen.

Elektrischer Strom

Schon für die Kleinsten gibt es Spielsachen, die sprechen, piepen und blinken. Elektrisches Spielzeug bringt Freude – wenn es fehlerfrei und sicher funktioniert.

Vermutlich könnte man lange streiten, ob derartiges Spielzeug pädagogisch sinnvoll ist oder ob es lediglich die kindliche Kreativität behindert. Eine Tatsache ist aber, dass es aus deutschen Kinderzimmern nicht wegzudenken ist. Und wie überall, wo Strom fließt, ist auch bei den Spielkameraden mit Batterieantrieb oder Steckdosenpower grundsätzlich Vorsicht geboten. Das gilt für das elektrisch animierte Kuscheltier genauso wie für den Elektronik-Baukasten für die Älteren.

Per EU-Norm ist vorgeschrieben, dass elektrische Leitungen ausreichend isoliert sein müssen, damit ein Stromschlag ausgeschlossen ist. Außerdem darf die Nennspannung maximal 24 Volt betragen.

Wenn bei einem Elektronikspielzeug lose oder blanke Drähte herumbaumeln, liegt vermutlich ein Normverstoß vor und man sollte das Spielzeug im Regal stehen lassen. Ein für Verbraucher aufschlussreiches Gütesiegel ist das VDE-Zeichen. Alte Batterien sollte man bald entsorgen, da diese Stromspender meist schädliche Säuren und Schwermetalle enthalten.

Ort:
8604 Volketswil