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Des einen Leid ist des anderen Freud

Leserbeitrag

Während die traditionelle Geschäftswelt angesichts der Corona Krise massive Probleme einstecken muss, viele Unternehmen und Geschäfte bankrottgehen und viele Arbeitnehmer ihren Job die vergangenen Monate gar nicht oder nur von Zuhause ausführen konnten, gehen einige große Gewinner aus der Pandemie hervor. Anbieter von web-basiertem Service und Internetanbieter wie auch E-Commerce und die damit verbundenen Online-Zahlungsanbieter sehen einen rapiden Aufstieg und werden langfristig aus der wirtschaftlichen Umorientierung profitieren.

Im Nachfeld der Krise zeichnen sich einige deutlichen Trends ab - besonders was das Lernen und Arbeiten von daheim betrifft. E-Learning wie auch Anwendungen, die die Telearbeit erleichtern, boomen, EdTech-Anbieter prognostizieren einen Aufschwung in ihrer Branche, auch aufgrund der starken Zunahme von Remote Work. Telekonferenz-Services wie Zoom, Microsoft Teams und Google Meetup sehen in Folge der monatelangen weltweiten Quarantäne ebenfalls einen deutlichen Zuwachs.

Während alle Geschäfte geschlossen waren, konnten selbst skeptische Konsumenten davon überzeugt werden, dass Online-Shopping ähnlich praktisch sein kann, wie in einen Laden zu gehen. Viele merkten wie hilfreich Amazon und Co. in dieser Zeit sind und sind überrascht von der Vielzahl an Produkten, die man in wenigen Schritten oder noch schneller mit der 1-Click Option aus von der Webseite oder der App kaufen kann. Besonders Smartphone Apps boomen. Shopping von der Couch aus mit dem Handy hat sich für viele Konsumenten als bewährte Methode erwiesen, anstatt den Computer hochfahren oder einen Internet-Browser vom Handy oder Tablet aus navigieren zu müssen. Zudem werden mobile Geräte 2020 noch schneller mit dem Aufkommen des viel diskutierten 5G-Netzwerks, das bis zu 10.000 Megabit pro Sekunde übertragen kann. Gleichzeitig wird auf den mobilen Geräten wie auch auf dem Desktop-Computer wesentlich weniger Platz benötig, denn auch Cloud-Service werden immer beliebter. Für all diese Apps und Dienstleistungsangebote muss natürlich aber auch bezahlt werden.

Somit boomt aber auch die Popularität der verschiedenen elektronischen Zahlmittel und Pay-Apps wie Paypal und Paytm, zumal sie eine absolut sichere Alternative zur Kreditkartenzahlung, bei zudem sehr geringen Gebühren, bieten. Gerade in der aktuellen Besorgnis um Hygiene und Virenübertragungsgefahr, will kaum jemand noch Bargeld anfassen und auch Karten werden immer unbeliebter. Das liegt auch besonders daran, dass es diverse modernere Alternativen gibt, die sich ebenfalls ganz praktisch vom Smartphone aus nutzen lassen können, ohne zusätzlich den Geldbeutel zücken zu müssen.

Eine Studie von ECC Köln befragte 2018 1.000 Konsumenten aus Deutschland sowie je 500 aus Österreich und der Schweiz zu Ihrem bevorzugtem Zahlungsmittel. Dort kam heraus, dass auch wenn vor zwei Jahren die Bezahlung per Rechnung noch als beliebtestes Methode galt, PayPal schon bereits von mehr als 80% der Befragten genutzt wurde und das Unternehmen eine Umsatzsteigerung von 50% sah.

Neben Paypal nehmen auch andere Online-Zahlungsmethoden rapide in der Beliebtheit der Käufer zu, wenngleich PayPal dank seiner Bekanntheit und sicheren Rufs noch immer an erster Stelle steht. Dicht gefolgt davon stehen Paydirekt und Giropay. Amazon-Pay rangierte Mitte 2019 auf Platz 5 der alternativen Anbieter, gefolgt von Apple Pay auf Platz 6 und Google Pay auf Platz 7. In der Schweiz sieht die Online-Zahllandschaft noch etwas anders aus, im Oktober 2019 dominierte Statistiken zufolge die Kreditkartenzahlung mit 76%. Die Zahlung per Rechnung folgte mit 75% und PayPal lag mit 30% knapp hinter der Debit-Karte mit 33%. Dabei bleibt abzuwarten, wie der Gesamtanstieg von Online-Shopping 2020 in Folge von COVID-19 diese Statistik verändern wird. Mit dem Aufkommen immer neuer Online-Zahlungsanbieter ist anzunehmen, dass auch deren Beliebtheit weiter ansteigen wird.

 

 

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