×

Humanitäre Hilfe in Afrika

Humanitäre Hilfe in Afrika

Vereinsmeldung

Am 07. Januar 2019 trafen sich 24 Mitglieder und 4 Gäste der Seniorengruppe der Regio Züri-Oberland der Schweizer Kader Organisation im Restaurant Tobel in Tann zu einem ganz speziellen Nachmittags-Vortrag von Frau Dr. Elvira Bodmer.

Der Präsident Fritz Salvisberg begrüsste die Anwesenden und stellte die Referentin vor. Frau Dr. Elvira Bodmer ist leitende Ärztin im Klinikzentrum Luzern. Ihr Spezialgebiet ist die Handchirurgie. Sie unterstützt in ihrer Freizeit unentgeltlich die Organisation „Interplast“, welche Ärzte in Krisengebiete schickt. Interplast nutzt soweit möglich die Infrastruktur  und das Gesundheitswesen vor Ort und respektiert die Bedürfnisse der Einsatzländer. Ein erster Einsatz in Aethiopien, Zentralafrika musste 2015 aber abgebrochen werden, da am Einsatzort die notwendige Infrastruktur nicht vorhanden war.Mit Hilfe der Organisationen von „Interplast & CHEIRA“ konnte sie 2018 erneut an einem handchirurgischen Einsatz in Burkina Faso im Kinderspital Persis, Ouahigouya, Yatenga teilnehmen. Allein die Vorbereitungen der Reise waren schon sehr anspruchsvoll. 28 Kisten à je 11kg wurden mit Material  (Medikamente, Verbandsmaterial, chirurgisches Besteck Desinfektionsmittel, usw.) gepackt. Für das Persönliche blieb nur noch das Handgepäck . Es folgte ein beschwerlicher Transport vom Flughafen bis zum Spital, das an der Grenze zu Mali in der verbotenen Zone lag. Immer wieder kamen Einheimische um den Konvoi zu bestaunen oder Kinder zum Verkauf anzubieten.
Trotz aller Not und Entbehrungen der Bevölkerung war das Spital in gutem Zustand und in verschiedenen Gebäuden unterteilt. Die Unterkunft für das Hilfsteam, die Operationssäle und die Therapieräume waren erstaunlich gut ausgerüstet. Eine Holzmauer umgab den ganzen Komplex. Die Anlage innerhalb der Mauer war sehr sauber und  gepflegt.  Ausserhalb dieser Mauer durfte man sich nur nach Absprache der zuständigen Behörden und nur in Begleitung aufhalten. Das Team bestand aus 4 Ärzten, 3 OP-Fachfrauen, 3 Ergotherapeutinnen, 2 Anästhesiepflegern, 2 Pflegefachfrauen, und einer Medizinstudentin.  Das ganze Team ging in diesen 2 Wochen  an seine körperlichen Grenzen. Wurden doch neben vielen Abklärungen 160 Std. operiert und insgesamt 58 OPs durchgeführt. Zudem war die Verständigung mit den Patienten recht schwierig, hat doch jedes Dorf über die Zeit seine eigene „Sprache“ entwickelt. Das Schwergewicht der chirurgischen Tätigkeit lag mit über 50% der Fälle bei Folgen von Brandverletzungen an Händen, insbesondere bei Kindern. Dies infolge von Fehlbehandlungen durch „Medizinmänner“ bei Verbrennungen der Hände. Nach 2 Wochen wurde das Team sehr herzlich verabschiedet. Es konnten viele Erfahrungen für weitere Einsätze gemacht werden. Diese sind unbedingt nötig, da vor Ort keine ausgebildeten Spezialisten vorhanden sind.
Ein nächstes Projekt startet schon im 2019 in Ghana.

Fritz Salvisberg bedankte sich bei Frau Dr. Elvira Bodmer für den sehr interessanten Vortrag. Er gratulierte den Kollegen die im Februar Geburtstag feiern dürfen ganz herzlich und konnte auch den Eintritt von Anton Eberhard aus Jona und Guido Gerzner aus Bäretswil als Neumitglieder erwähnen.

Beim abschliessenden Umtrunk konnten die Kollegen den Nachmittag noch ausklingen lassen.

Ugo Pasquon

Ort:
8630 Rüti