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Kommentar

Gemeinden sollen sich einbringen

Manuel Reimann, Redaktor Ressort Produktion, zu den Meilensteinen des Bahnausbauschritts 2035.

Manuel
Reimann
Donnerstag, 22. November 2018, 22:30 Uhr Kommentar zum Bahnausbauschritt 2035

Der Bahnausbauschritt 2035 ist auch für die Zürcher S-Bahn ein Meilenstein – und insbesondere für das Zürcher Oberland und den Bezirk Uster. Nachdem in den letzten Jahren eher andere Regionen in den Genuss von Angebotserweiterungen kamen, ist jetzt nämlich auch unsere Region wieder an der Reihe.

Zumindest was die Verbindung Zürich–Uster–Wetzikon betrifft,  will der Zürcher Verkehrsverbund schon lange gerne zusätzliche Züge in den Fahrplan aufnehmen. Nur hätte das bislang nicht viel gebracht – der  Einspurabschnitt zwischen Oberuster und der Station Aathal stand dem im wahrsten Sinne im Weg. Die Züge hätten sich vor dem Nadelöhr im Aatal regelrecht gestaut. Dabei steht der Begriff S-Bahn doch für «Stadt-Schnell-Bahn» und nicht etwa für «Stand-Bahn».

Doch nun geht es vorwärts. Dadurch, dass der zwar kurze, angesichts von Aabach, geplanter Autobahn und Nagelfluh-Felsen für die Planer herausfordernde und in der Erstellung entsprechend teure Abschnitt in das nationale Gesamtpaket Bahnausbauschritt 2035 aufgenommen werden kann, ist die Finanzierung sichergestellt.

Für Wetzikon bedeutet der somit mögliche Fahrplanausbau eine markante Aufwertung. Wer nach Zürich fahren möchte, kann getrost darauf verzichten, einen Fahrplan zu konsultieren. Die S-Bahn verkehrt künftig so häufig wie das Tram in der Stadt Zürich. Ein toller Service.

Ein Wermutstropfen jedoch bleibt. Vorderhand ist nicht vorgesehen, dass die neue, schnelle S-Bahn nach Oerlikon über Wetzikon hinaus verkehrt. Für südlicher gelegene Gemeinden wie Bubikon oder Rüti gibt es nicht mehr Verbindungen.

Allerdings ist in dieser Frage das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Jedes Jahr haben die Gemeinden im Rahmen der Fahrplanentwurf-Vernehmlassung die Möglichkeit, sich einzubringen und ihre Wünsche und Bedürfnisse anzumelden. Dies sollten sie unbedingt tun – für gute Zugsverbindungen, aber genauso auch für gute Bus-Anschlüsse. So werden letztlich alle profitieren.

 

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