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Das Dröhnen der Blätter

Begegnungen am Lützelsee

Das Dröhnen der Blätter

In allen Farben präsentiert sich jetzt der Wald im Oberland. Das ist die schönste Zeit für einen erholsamen Spaziergang. Wenn da nur nicht die Errungenschaften der Technik wären.

Christian
Brändli
Mittwoch, 07. November 2018, 15:04 Uhr Begegnungen am Lützelsee
Herbstlaub wird von einem Laubbläser aufgewirbelt und leuchtet im Sonnenlicht
Lässt die Blätter dröhnen: ein Laubbläser im Einsatz.
Smileus / Fotolia

Goldener Herbst: Was sich momentan draussen in der Natur bietet, ist ein gewaltiges Farbenspiel. Noch selten haben sich die Bäume und Büsche in derart schöner Pracht präsentiert, so scheint es mindestens. Gelb und Rot in allen Schattierungen, dazwischen auch noch ein sattes Grün, Braun und selbst Violett leuchtet es am Waldrand.

Das Auge kann sich kaum sattsehen, das Ohr geniesst das Rascheln der Blätter beim Waldspaziergang. Dieses kann bis zu einem leichten Rauschen anwachsen, wenn der Wind sanft durch die Bäume streicht. Gleichzeitig lässt er die fallenden Blätter tanzen. Wenn dann der schön in die Landschaft eingebettete Lützelsee noch ins Blickfeld rückt, scheint die Harmonie perfekt.

Das Laub in Aufruhr

Scheint, denn just in diesem Moment erhebt sich aus dem Wald ein Dröhnen. Keine Motorsäge, kein Traktor, nein der Krach eines Laubbläsers dringt ans und ins Ohr. Tatsächlich: In Hombrechtikon werden selbst die Waldwege mit grossem Getöse von Blättern «befreit». Mit dem lautstarken Gerät auf dem Rücken wirbelt ein Gemeindeangestellter Berge von Blättern auf und treibt das bunte Laub vor sich her, bis es dort liegt, wo es offenbar noch darf: abseits der Wege.

Der Einsatz von Laubbläsern sorgte schon für manchen Krach, der sich bis vor Gericht hinzog. Kampfzone war bisher aber vor allem der Vorplatz des Nachbarn, die Spielwiese im Quartier oder die Allee durchs Dorf. Doch nun scheint sie sich bis in den Wald hinein auszudehnen.

Alles an seinen Platz

Ich will den Laubbläsern ja ihre Daseinsberechtigung nicht absprechen. Sie sind tatsächlich effizienter – wenn auch viel lauter und dreckiger – als ein Besen oder Rechen, was der, der den Flecken Erde, den es von Blättern zu befreien gilt, durchaus zu schätzen weiss. Doch belassen wir sie doch in ihrem natürlichen Habitat, dem überbauten Gebiet. Die Natur und deren Besucher wissen das zu schätzen und zudem schont der Verzicht auf Blaseinsätze im Wald auch die Gemeindekasse.

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