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Meinung
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Man sieht Krippenfiguren und oben links den Kopf eines Mannes.

Foto: Unsplash/PD

Standpunkt

Vom Beginn unserer Zeitrechnung

Standpunkt-Autor Markus Schaaf setzt sich mit den Bezeichnungen «vor» und «nach Christus» auseinander. Er will sich dabei aber lieber auf das für ihn Wesentliche konzentrieren.

Foto: Unsplash/PD

Veröffentlicht am: 04.12.2023 – 09.06 Uhr

Es war vor bald zwanzig Jahren: Am Neujahrstag gab es bei uns in der Familie Brötchen zum Frühstück. Auf jedem Brötchen war mit Zucker «2006» geschrieben. Während die Kinder die Zahlen mit Genuss abknabberten, tauchte plötzlich die Frage auf, was denn diese Zahl eigentlich bedeute. Ich fragte, ob sie wissen, was im Jahr null gewesen sei. Nach längerem Schweigen meinte einer meiner Buben: «Sind da die ersten Menschen auf der Welt gewesen?»

Es ist schon erstaunlich, wie die Jahreszahlen heute in einer Selbstverständlichkeit verwendet werden, und kaum einer denkt daran, worauf sich diese Zahl überhaupt bezieht. Nach der Norm DIN 1355 war bis 1992 im deutschsprachigen Raum die korrekte Schreibweise der Zahlen eigentlich «2024 n. Chr.», also 2024 Jahre nach der Geburt von Jesus Christus. Aber allein schon diese Formulierung wirft viele Probleme auf.

Denn die Zählung der Jahre begann natürlich schon viel früher. Im Römischen Reich bezeichnete man die Jahre gewöhnlich nach den herrschenden Konsuln. So heisst es im Neuen Testament, dass der König Herodes geherrscht habe, als Jesus zur Welt kam. Dieser Herodes starb aber im Jahr 4 vor Christus, das bedeutet: Christus ist spätestens im Jahr 4 v. Chr. zur Welt gekommen.

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