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Mehr Frauen auf die Bühne

Band Workshop in Winterthur

Mehr Frauen auf die Bühne

Mit Workshops will die Organisation «Helvetiarockt» mehr junge Frauen für Bands begeistern. In Winterthur startet das Projekt nun zum dritten Mal.

Montag, 16. Oktober 2017, 14:27 Uhr Band Workshop in Winterthur

Schaut man in der Schweizer Jazz-, Pop- und Rockszene um, haben Männer noch immer die Überhand an den Instrumenten. Zumindest wenn es nach dem Verein «Helvetiarockt» geht. Ihm zufolge ist Musiker noch immer ein frauenatypischer Beruf in der Schweiz. Musikerinnen würden sich am ehesten noch am Mikrofon finden, an den Instrumenten sei die Frauenquote aber nur bei fünf bis zehn Prozent.

Deshalb will sie junge Musikerinnen auf die Bühne holen – und organisiert Band Workshops in grösseren Schweizer Städten. Auch in Winterthur existiert ein solcher an der Archstrasse, von November 2017 bis Mai 2018 findet er statt. Frauen zwischen 15 und 25 Jahren können sich so ohne grossen Aufwand zu einer Band zusammenschliessen.

Musikerinnen die Angst nehmen

Und dafür brauche es kaum Vorkenntnisse, wie Workshop-Leiterin Vanja Vukelic sagt: «Es geht ums Ausprobieren und darum, Hemmungen abzulegen. Die nötigen Basics an den gängigsten Instrumenten vermitteln wir.» Viele Frauen würden aber bereits eines spielen oder singen, seien aber bisher schlicht zu schüchtern für die Bühne gewesen.

«Meist dauert es ein paar Stunden bis die Mädels offener werden und frecher drauf los spielen. Man muss lernen, die Ellbogen auszufahren», sagt Vanja Vukelic, die den Kurs schon seit zwei Jahren mit Carola Wirth leitet und selbst in Bands und für zig andere Projekte musiziert. Manchmal könne sie dann sogar selbst von den Teilnehmerinnen lernen, so Vukelic. Finanziert werden die Bandprojekte durch Stiftungen und Sponsoren, wie zum Beispiel der Musikschule Prova, der seine Proberäume zur Verfügung stellt.

Gemeinsame Konzerte

Kreiert werden etwa Cover- und eigene Songs während zwei Stunden pro Woche, ganz nach dem Gusto der Teilnehmerinnen. «Es geht nicht um das Endprodukt, sondern um den Weg, dieses zu gestalten», so Vukelic. Man sei eine Einheit, die sich gegenseitig ansporne und gemeinsam ein Projekt durchziehe.

Am Ende geben sie mit Bands anderer Städte gemeinsam einen Gig, an dem sich nicht nur Musiker und Fans, sondern auch Booker und Manager der Branche treffen würden.  Eine Riesenparty, laut Vukelic.

Nach den Konzerten gehe es dann jeweils ins Studio, wo die Songs aufgenommen werden. So biete der Kurs das volle Programm von der Kreation von Songs über das Üben bis zur Bühnenerfahrung und Studioproduktion. «Eine Band, die aus einem solchen Workshop entstanden ist, gibt es sogar noch heute», sagt die Kursleiterin. Wer sich für den Female-Band-Workshop in Winterthur interessiert, freie Plätze gibt es noch.

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