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«#4_Wände»-Beilage

Weniger Foodwaste dank Hightech-Kühlschränken

Worauf sollte man beim Kauf eines modernen Kühlschrankes achten? Und wie kann man mit dem Gerät die eigene Lebensmittelverschwendung minimieren? René Schaffner, Kühlgeräte-Experte bei der Firma Electrolux, kennt die Antworten.

Nino
Vinzens
Mittwoch, 04. Mai 2022, 08:00 Uhr «#4_Wände»-Beilage

Dieser Beitrag wurde in der Verlagsbeilage «#4_Wände» veröffentlicht, die am 4. Mai mit dem «Zürcher Oberländer» und dem «Anzeiger von Uster» erschienen ist.

Die Modernisierung der Küche hat in den letzten Jahrzehnten einen Quantensprung gemacht. Auch Kühlgeräte haben sich stark weiterentwickelt. Was bedeuten die Neuerungen für den täglichen Gebrauch? Der Experte von Electrolux beantwortet die häufigsten Fragen, die im Zusammenhang mit den Hightech-Kühlschränken auftreten.

Welcher Kühlschrank passt zu mir?

Man zieht in ein neues Zuhause und die Küche muss eingerichtet werden. Schnell kommen Fragen auf wie: Was für einen Herd brauche ich? Ist ein Ofen mit integriertem Steamer sinnvoll? Welcher Kühlschrank passt zu mir? Grundsätzlich sollte vor dem Kauf eines jeden Haushaltsgerätes eine fundierte Bedarfsklärung vorgenommen werden, rät Schaffner.

Im Falle eines Kühlschrankes lohnt es sich, das eigene Einkaufs- und Konsumverhalten genauer zu betrachten. Hierbei gibt es grosse Unterschiede und für jede und jeden den richtigen Kühlschrank. Eine vierköpfige Familie mit einem wöchentlichen Grosseinkauf braucht logischerweise einen viel grösseren Kühlschrank als ein Single-Haushalt.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Lebensmittel, die aufbewahrt werden sollen. Sind viele Frischwaren wie Gemüse, Milchprodukte oder Fleisch vorhanden, muss der Kühlschrank mehr können, als wenn hauptsächlich konservierte, lang haltbare Lebensmittel gelagert werden.

Man sieht René Schaffner von der Firma Electrolux
René Schaffner ist Fachmann für Kühlgeräte bei der Küchenfirma Electrolux. (Bild: PD)

 «Kühlschränke können heutzutage weit mehr als nur kühlen», sagt René Schaffner. Doch was heisst «mehr können»? Integrierte Eiswürfelmaschinen sind in den USA mittlerweile fast schon zur Standartausführung geworden. Auch in der Schweiz kommt dieses Feature immer mehr auf. Ein Ding der Zukunft, welches es bereits heute vereinzelt auf dem Markt gibt, ist ein Bestellsystem, über welches der Kühlschrank automatisch die verbrauchten Lebensmittel beim Laden des Vertrauens nachbestellen kann. Was kein Ding der Zukunft ist, ist die Lebensmittelverschwendung. Dieses Thema ist mit dem wachsenden ökologischen Gedanken aktueller denn je.

Mit neuen Kühltechnologien in eine grünere Zukunft

Eine Statistik des Bundesamtes für Umwelt aus dem Jahr 2019 zeigt, dass in der Schweiz jährlich 2,3 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden. Das macht pro Kopf rund 310 Kilogramm. 28 Prozent des gesamtem Foodwaste entfällt hierzulande auf private Haushalte. In Grossbritannien sind private Haushalte gar für 70 Prozent der weggeworfenen Lebensmittel verantwortlich.

Moderne Kühlschränke mit innovativen Technologien können helfen, die eigene Lebensmittelverschwendung zu Hause zu reduzieren. Hierbei gibt es nicht die eine Technik, die das Aufbewahren von Lebensmitteln revolutioniert. Genauso, wie es etliche Kühlschrankmodelle gibt, gibt es auch hier verschiedene Innovationen, mit denen Nahrungsmittel länger essbar bleiben.

So gibt es zum Beispiel in die Rückwand des Kühlschrankes eingebaute Luftkanäle, die für eine aktive Zirkulation der Kaltluft sorgen. Die Temperaturen bleiben dadurch im ganzen Kühlschrank stabil und die Luftfeuchtigkeit wird gleichmässig verteilt. Die Rückwand besteht dabei aus Edelstahl, was sich nicht nur optisch von normalen Kühlschränken abhebt, sondern auch als zusätzlicher Kältespeicher dient. Beim Öffnen wird so ein allfälliger Kälteverlust schneller wieder ausgeglichen.

Man sieht eine moderne Kühlschrankschublade
In den neusten Schubladen können die Temperatur und der Luftfeuchtigkeitswert separat eingestellt werden. (Bild: PD)

Eine weitere raffinierte Erfindung sind Schubladen mit separaten Kältekreisläufen und automatischer Feuchtigkeitskontrolle. «In solchen Schubladen können Lebensmittel bei idealer Kälte bis zu dreimal länger aufbewahrt werden, als in herkömmlichen Fächern», erklärt der Kühlgeräte-Experte.

Die Temperatur und der Luftfeuchtigkeitsgehalt können individuell angepasst werden, je nachdem was man gerade in der Schublade hat. So lassen sich Salat, Gemüse, Obst oder Fleisch bei der jeweilig passenden Kälte und Feuchtigkeit lagern. Da diese Lebensmittel sehr empfindlich auf zu hohe oder zu tiefe Temperaturen reagieren, tendieren sie bei falscher Aufbewahrung dazu, schnell ungeniessbar zu werden.

Ebenfalls wird in solchen Hightech-Schubladen der Feuchtigkeitsgehalt mit Hilfe einer integrierten automatischen Feuchtigkeitskontrolle und einem Anti-Oxidationsfilter immer auf einem optimalen Niveau gehalten. So bleiben vor allem Obst und Gemüse länger frisch.

Der Anti-Oxidationsfilter sättigt die Luft mit einem hohen Feuchtigkeitswert und reichert sie automatisch mit wertvollen Anti-Oxidantien an. Dadurch bleiben die Nährwerte im Gemüse und in Früchten länger erhalten. «Die integrierte Feuchtigkeitskontrolle sorgt fortwährend dafür, dass überschüssiges Kondenswasser entfernt wird», so Schaffner weiter.

Wie steht es um den Stromverbrauch bei solchen Kühlschränken?

Man könnte davon ausgehen, dass ein hochmoderner Kühlschrank mehr Strom benötigt, als ein herkömmlicher Kühler. Dies trifft nur teils zu. Auf der Energieetikette ist ersichtlich, wie hoch der Stromverbrauch des Gerätes theoretisch ist. Der tatsächliche Stromverbrauch ist jedoch auch vom Nutzerverhalten abhängig.

Damit der Kühlschrank möglichst Stromeffizient bleibt, sollte zum Beispiel die Türe beim Ein- und Ausräumen von Nahrungsmitteln so kurz wie möglich offenstehen. So entweicht weniger kalte Luft und der Kühlschrank braucht weniger Energie, um die Temperatur wieder zu senken.

Man sieht die Auswirkung der «NoFrost» Technologie im Tiefkühler
Mit der «NoFrost-Technologie» gehört mühsames Abtauen der Vergangenheit an. (Bild: PD)

Auch beim Tiefkühler lasse sich viel Strom sparen, erläutert René Schaffner. Sobald sich Eis im Gefrierfach bildet, erhöht sich der Stromverbrauch pro Millimeter Eisschicht exponentiell. Doch auch hierfür gibt es heutzutage eine gute Lösung. Mit der «NoFrost-Technologie» wird die Bildung von Eisschichten verhindert.

Die Luftkreisläufe zwischen Kühlschrank und Gefrierfach werden getrennt, da es im viel wärmeren Kühlschrank einen höheren Luftfeuchtigkeitswert als im Tiefkühler braucht. Feuchte Luft ihm Gefrierfach kann zur Bildung von Eis führen, welches den Lebensmitteln schadet. Zudem wird der Energieverbrauch dadurch stark erhöht.

«Um dem entgegenzuwirken, bläst ein Ventilator kalte, trockene Luft in den Gefrierraum und führt entstehende Luftfeuchtigkeit ab», so der Electrolux-Fachmann. Das mühsame Abtauen gehört mit dieser Neuerung definitiv der Vergangenheit an.

Man sieht einen korrekt eingeräumten Kühlschrank
Wo man seine Lebensmittel im Kühlschrank aufbewahrt, kann einen grossen Einfluss auf die Haltbarkeitsdauer haben. (Bild: Freepik

Wo hat das Joghurt seinen Platz im Kühlschrank?

Noch längst nicht jeder Kühler ist so modern und voller innovativer Technologie. Darum ist es wichtig, dass die Lebensmittel korrekt in den Kühlschrank eingeräumt werden, damit sie möglichst lange haltbar bleiben. Eine richtige Aufteilung kann viel ausmachen und dem eigenen Foodwaste entgegenwirken.

Und so geht’s: Im unteren Bereich ist die Temperatur um etwa ein bis zwei Grad tiefer als in den oberen Fächern. Darum sollten in der Mitte oder der unteren Hälfte des Kühlschrankes Milchprodukte aufbewahrt werden. Gemüse, Früchte, Fisch- und Fleischwaren gehören in die untersten Fächer, da es dort am kältesten ist.

In den oberen Bereich gehören Konfitüren, Saucen und Essensreste. Getränke werden meistens aus platztechnischen Gründen im dafür vorgesehenen Fach in der Kühlschranktüre untergebracht. Zu guter Letzt werden angebrochene Konserven, Butter und Eier in der mittleren und oberen Abteilung der Türe versorgt.