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Höhle, Fels und eine hohe Treppe

Dieser Wegweiser führt in die Irre

Christian
Brändli
Donnerstag, 02. September 2021, 14:55 Uhr Höhle, Fels und eine hohe Treppe

Bald am Ziel? Nicht, wer den Angaben auf diesem Wegweiser vertraut. Die angezeigte Richtung mag zwar in etwa stimmen. Wer jedoch vom Standort dieser Tafel aus nach Quinten wandern will, dürfte statt der angegebenen 35 Minuten gut 13 Stunden und 30 Minuten länger benötigen. Und auch nach Walenstadt müsste mit einem Zuschlag von zehn Stunden gerechnet werden.

Verpflanzte Tafel

Grund für diesen Zeitzuschlag ist aber nicht ein Felssturz oder ein Hochwasser, das eine Brücke weggerissen hätte, sondern vielmehr ein Witzbold. Schon vor einigen Jahren hat ein solcher diese Tafel kurzerhand irgendwo oberhalb des Walensees ausgerissen und ins Oberland verpflanzt.

Nur, wo steht sie denn jetzt genau? Die reale Umgebung dürfte auch nicht gerade auf die richtige Fährte locken. So ist der Wegweiser gleich neben einer Höhle zu finden. Wer der angegebenen Richtung folgt, stösst bald auf einen Wasserkanal. Wer die entgegengesetzte Richtung einschlägt, bewegt sich einem Felsband entlang, das weitere kleine Höhlen birgt. Und landet an der folgenden exponierten Stelle zwar nicht an einem Halteseil, immerhin aber an einem Geländer. Dieses mag helfen bei der Bewältigung der hohen Metalltreppe, die aus dem Wald hinaus führt.

Das nahe Unbekannte

Und, wissen Sie schon, wo die verfängliche Tafel steht? Wer sich selbst auf die Suche machen will, sollte jetzt nicht weiterlesen. Allen anderen sei es verraten: Sie ist unterhalb des Babüels zu finden. Zugegeben, mit dieser Ortsangabe dürften die allermeisten Leserinnen und Leser auch nichts anfangen können.

Also: Dieser Hügel bildet den Gegenpart zum Tämbrig, der über Nossikon tront. Und Höhle, Felsband, Wegweiser sowie Treppe liegen in der Luftlinie keine 100 Meter vom Bahnübergang Oberuster entfernt. So nah können manchmal so unbekannte Orte auch in Städten liegen.  

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