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«Wir heiraten und feiern»-Beilage

Keine Hochzeit ohne Bräuche und Traditionen

Sei es nun die uralte Tradition, dass die Braut vier ganz bestimmte Dinge tragen soll oder auch eher moderne Bräuche, wie das Pflanzen eines Hochzeitsbaumes: Rituale wie diese dürfen an einer Hochzeit nicht fehlen.

Nino
Vinzens
Mittwoch, 16. Februar 2022, 11:21 Uhr «Wir heiraten und feiern»-Beilage
Beim Polterabend wird noch ein letztes Mal als Junggeselle oder als Junggesellin angestossen.
Bild: Pixabay

Dieser Beitrag wurde in der Verlagsbeilage «Wir heiraten und feiern» veröffentlicht, die am 16. Februar 2022 mit dem «Zürcher Oberländer» und dem «Anzeiger von Uster» erschienen ist.

Am Polterabend lässt man es noch einmal so richtig krachen

Bevor es überhaupt losgeht mit der Hochzeit, wird bereits ein erstes, beziehungsweise auch ein letztes Mal gefeiert. Am Polterabend treffen sich Braut und Bräutigam, getrennt versteht sich, mit ihren Freunden um noch ein letztes Mal das Leben als Unverheiratete auszukosten.

Wie man den Polterabend gestaltet, kommt ganz auf die Interessen der Brautleute an. Bei den Männern geht es oftmals in die Stammkneipe oder auch gleich auf eine Kneipentour. Die Freunde des Bräutigams haben in der Regel verschiedene Spiele und Herausforderungen vorbereitet, denen sich der Junggeselle stellen muss. Am besten wird der Ehemann in spe mit auffälliger Kleidung oder einem Kostüm ausgestattet, sodass auch jeder erkennt: Aha, hier heiratet bald einer.

Bei den Frauen geht es nicht minder lustig zu und her. Auch hier gibt es unzählige Möglichkeiten den Junggesellinnenabschied zu gestalten. Jedoch ist ein Besuch im Lieblingslokal der Braut fast schon ein Muss. Die Spiele und Herausforderungen sind wie schon bei den Männern ein fester Bestandteil dieses beliebten Brauches.

Besonders amüsant wird es, wenn die Freunde als Trinksprüche kurze Reden halten, die gespickt mit schönen, lustigen oder auch peinlichen Anekdoten sind. Noch ein letztes Mal unverheiratet so richtig auf den Putz hauen, genau für das sind Polterabende da.

 

Alt, neu, geliehen, blau

Ein klassischer Brauch, welcher seit eh und je auf vielen Hochzeiten praktiziert wird, ist dass die Braut vier ganz spezielle Dinge trägt. Dazu gehören etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues. Diese Tradition stammt aus Grossbritannien. Ursprünglich gehört noch eine Münze im Schuh der Braut dazu, jedoch wurde dieser Teil des Brauches eine eigenständige Tradition.  

Das «etwas Alte» soll die Vergangenheit der Braut symbolisieren. Vielmals entscheidet man sich für einen Gegenstand aus der Familiengeschichte. So zeigt die Braut, dass sie stets mit der eigenen Familie verbunden bleibt. Früher wurde häufig ein altes Stofftaschentuch der Grossmutter der Braut gewählt. Heute trägt man oft Schmuck, der seit vielen Jahren in Familienbesitz ist. Auch ein Teil des Hochzeitskleides der Brautmutter, zum Beispiel der Schleier, ist beliebt.

In diesem vierteiligen Hochzeitsbrauch steht das «Neue» für den Beginn des neuen Lebensabschnittes, welcher mit der Hochzeit beginnt. In den meisten Fällen wird das «Neue» durch das neugekaufte Hochzeitskleid der Braut verkörpert. Jedoch können auch der Schmuck oder die Handtasche für diesen Teil des Brauches benutzt werden. Der Kreativität sind bei dieser beliebten Hochzeitstradition keine Grenzen gesetzt.

In dem, dass sich die Braut etwas von einem verheirateten Familienmitglied oder einer verheirateten Freundin ausleiht, soll sie sich auch das Glück dieser Person «borgen». So wird das Glück auf das frisch vermählte Paar übertragen. Auch beim dritten Teil dieses Brauches ist Schmuck hoch im Kurs, zum Beispiel eine Brosche der Grossmutter oder ein Haarreif der besten Freundin.

Das «Blaue» vollendet diese Hochzeitstradition mit einer Prise Geschichtsunterricht. Im Gegensatz zu heute, wo viele Hochzeiten in Weiss gefeiert werden, kam früher die Farbe Blau häufig zum Einsatz. Blau stand, beziehungsweise steht noch immer, für Reinheit und Treue. So sollte auch das Leben als Ehepaar werden: frei von Sünde und einander ewig treu. Darum soll auch heute noch ein blaues Accessoire von der Braut getragen werden. Der absolute Klassiker ist hierbei wohl das blaue Strumpfband. Man kann jedoch auch etwas kreativer werden und blaue Blumen in die Dekoration mit einbeziehen.

 

Wenn die Gäste Spalier stehen

Ein schöner Augenblick an einer Hochzeit ist das Spalier stehen, nachdem sich das Brautpaar das Jawort gegeben hat. Hierbei bilden Freunde, Vereinsmitglieder oder auch Arbeitskollegen mit Gegenständen aus den Hobbies oder der Arbeit der frisch Vermählten ein Spalier. Das können Skier, Tennisschläger, Angelruten, Schaufeln oder sonstige Dinge sein, welche sich gut für ein Spalier eignen.

Dieser Brauch ist besonders beliebt, da er der Hochzeit nochmals eine persönliche Note verleiht. Auch für Erinnerungsfotos eignet sich diese Tradition bestens, da das Brautpaar unter dem Spalier ein einmaliges Fotosujet hergibt.

 

Zupacken beim Baumstamm sägen

Hochzeitsspiele zur Unterhaltung der Gäste dürfen auf keiner Hochzeit fehlen. Ein populäres Spiel ist zum Beispiel das Baumstamm sägen. Das gemeinsame Zersägen eines Baumstammes soll die erste «Hürde» im Eheleben darstellen. Hier heisst es: Zupacken! Dieses Spiel scheint auf den ersten Blick einfacher als es in Wirklichkeit ist.

Das Koordinieren vom Ziehen und Stossen der Säge, vor allem in der nicht ganz so praktischen Hochzeitskleidung, kann einige Schwierigkeiten mit sich bringen. Je mehr das Brautpaar ins Schwitzen kommt, desto höher wird der Unterhaltungsfaktor für die Belegschaft. Wenn man ganz fies sein möchte, kann man dem Ehepaar auch eine stumpfe Säge hinstellen. Jedoch sollte man darauf achten, dass der Baumstamm oder der Ast nicht zu dick sind, sodass man nicht Ewigkeiten braucht, um das Stück Holz zu zerteilen.

 

Hochzeitsbaum pflanzen

Bäume leben Jahrzehnte, ja sogar Jahrhunderte lang und sind ein Symbol für Wachstum und Beständigkeit. Eigenschaften, welche sich jedes Brautpaar für die Ehe wünscht. Einen Hochzeitsbaum am grossen Tag zu pflanzen, ist der optimale Start ins Leben als Ehepaar. Dieser eher neue Hochzeitsbrauch erfreut sich immer grösserer Beliebtheit, auch mit dem wachsenden ökologischen Gedanken der Gesellschaft.

Einen Baum zu pflanzen und gemeinsam mit ihm in ein neues Leben starten, verbindet Braut und Bräutigam noch mehr. Auch nach vielen Ehejahren ist es schön, mit dem Hochzeitsbaum eine beständige Erinnerung an den Hochzeitstag zu haben. Bei der Wahl des Baumes, sind dem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt. Die Hauptsache ist, er gefällt dem Brautpaar. Sei es nun ein Bonsai im Wohnzimmer, eine kleine Palme auf der Terrasse oder ein Apfelbaum im Garten, einen Hochzeitsbaum kann man mit einem passenden Gefäss überall hinstellen.

 

Haben wir einen Brauch vergessen? Schreiben Sie ihn in die Kommentare!