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Wann muss man einen Kreuzbandriss operieren?

Risse des vorderen Kreuzbands gehören zu den häufigsten Knieverletzungen. Besonders oft passieren sie bei Kontaktsportarten. Eine Operation ist allerdings nicht immer nötig.

Veröffentlicht am: 01.12.2022 – 06.28 Uhr

Ein Verdreher mit den Ski, eine ungeschickte Landung im Fussballtraining. Schon ist es passiert: Das Kreuzband ist gerissen. Besonders oft ist das vordere Kreuzband betroffen, das gemeinsam mit anderen Strukturen am Knie für Stabilität im Kniegelenk sorgt.

Wer Kontakt- oder sogenannte High-Impact-Sportarten ausübt, also Sportarten mit einer sehr grossen Belastung, hat eine besonders hohe Wahrscheinlichkeit, sich irgendwann einen Kreuzbandriss zuzuziehen. Neben Skifahren und Fussball gehören auch Basketball, Eishockey Handball, Volleyball oder das in den USA beliebte American Football dazu.

Eigentliche Präventionsmassnahmen gibt es zwar nicht, trotzdem können zusätzliche Faktoren die Wahrscheinlichkeit eines Kreuzbandrisses vermindern. «Wichtig ist die Oberschenkel- und Hüftmuskulatur», erklärt Dr. med. Pascal Schenk. Er ist Leitender Arzt der Orthopädie im Spital Uster und rekonstruiert die aus Bindegewebe bestehenden Bänder nach einer Ruptur. «Je besser die Muskulatur trainiert ist, desto weniger häufig kommt es zu Verletzungen», sagt der Fachmann. 

Viele hören den Riss

Zudem erleiden Frauen etwa dreimal häufiger einen Kreuzbandriss als Männer. Die genaue Ursache dafür ist laut Dr. Schenk noch nicht abschliessend geklärt: «Man geht davon aus, dass die sogenannte Notch bei Frauen enger ist.» Bei der Notch handelt es sich um die Grube, in der sich die beiden Kreuzbänder befinden. Kommt es zu wiederholten Kreuzbandrissen, kann ausserdem die Neigung des Schienbeinkopfs ein Faktor sein. Je grösser die Neigung, desto einfacher rutscht das Schienbein nach vorne. Dies kann zu einer vorderen Kreuzbandruptur führen.  

«Viele Betroffene hören das Reissen oder ein Knallen», so beschreibt Dr. Schenk den Moment, wenn der Verdreher oder der Schlag auf das Knie zu stark war und das Kreuzband reisst. Das Knie schmerzt und schwillt durch die Einblutung schnell an. Weitere Anzeichen können in der Folge ein spontanes Wegknicken oder ein unsicherer Gang sein. 

«Das Knie ist aber nicht per se instabil», erklärt der Experte. Viele Patienten könnten selbst in die Arztpraxis oder den Notfall laufen. Empfohlen ist dies allerdings besonders bei starken und anhaltenden Schmerzen nicht. Diese sind normalerweise auf Begleitverletzungen wie einen Meniskusriss zurückzuführen. Bei einem isolierten Kreuzbandriss nehmen die Schmerzen meist schnell wieder ab. Das Bein hoch zu lagern und das Knie zu kühlen kann zudem die Symptome lindern. 

Vor der Operation erst abwarten

Ein Besuch in der Arztpraxis oder im Spital ist in jedem Fall sinnvoll. Die Fachleute können einerseits mit verschiedenen Untersuchungen wie dem Lachman- oder vorderen Schubladen-Test, einem MRI oder Röntgenaufnahmen feststellen, ob das Kreuzband tatsächlich gerissen ist sowie Begleitverletzungen ausschliessen. Andererseits können sie die Patientinnen und Patienten über den weiteren Verlauf der Behandlung beraten. 

Werden Begleitverletzungen festgestellt, kommt man im Normalfall nicht um eine Operation herum. «Der Meniskus heilt in der Regel nur, wenn das vordere Kreuzband vorhanden ist», erklärt Dr. Schenk. Bei einem isolierten Kreuzbandriss hingegen empfiehlt der Facharzt Breitensportlerinnen und Breitensportlern, je nach Alter und physischer Verfassung, erstmal einige Wochen abzuwarten, bis sie sich für eine Operation entscheiden. «Nach sechs bis acht Wochen und einer begleitenden Physiotherapie kann man beurteilen, wie stabil man sich fühlt.» Die Langzeitprognosen können bei nicht sehr hohen Ansprüchen auch bei einer nicht-operativen Therapie gut sein. 

Profisportlerinnen und -sportlern rät der Orthopäde grundsätzlich zu einem operativen Eingriff. Ihre Knie sind meist auch künftig sehr starken Belastungen ausgesetzt. Die Rekonstruktion des verletzten Kreuzbands erfolgt dann in den meisten Fällen mit einer körpereigenen Sehne. Dafür eignen sich die Quadrizepssehne im vorderen Oberschenkel, die Patellarsehne unterhalb des Knies oder die Hamstringsehne im hinteren Oberschenkel. Dadurch wird das Kniegelenk wieder stabilisiert sein. 

Lange Rekonvaleszenz nach Operation

Die Operation bringt anschliessend eine deutlich längere Genesungsphase mit sich als eine konservative Behandlung. Nach etwa einem Monat an Krücken sind zwar bald wieder Vollbelastungen und Training auf dem Velo möglich. Auf Kontaktsportarten sollte man aber acht bis neun Monate verzichten. Aussichten, die gerade ambitionierte Sportlerinnen und Sportler kaum begeistern dürften.  

Die gute Nachricht ist jedoch, dass die Erfolgschancen auf eine vollständige Genesung nach einer Operation ebenfalls sehr gut sind. «80 bis 90 Prozent der Profifussballer können nach einem Jahr wieder ihren Sport ausüben», sagt Dr. med. Pascal Schenk


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