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Zwillingsgeburt am Spital Uster

«Wir gingen es ruhig an»

Mitte Juli kam es am Spital Uster zu einer spontanen Zwillingsgeburt. Für die Mutter war es eine Rückkehr in das Spital, in dem sie selbst geboren wurde.

Redaktion
Züriost
Donnerstag, 21. Juli 2022, 11:39 Uhr Zwillingsgeburt am Spital Uster
Deborah und Yves S. mit ihren Zwillingen Liam und Mia.
Foto: PD

Am 10. Juli ist am Spital Uster ein Zwillingspärchen zur Welt gekommen. Das ist für sich noch keine Seltenheit. Eher selten sind jedoch spontane Zwillingsgeburten, wie sie Deborah S. aus Glattbrugg mit ihren Zwillingen Liam und Mia erlebt hat.

Unterstützt wurde sie vom Perinatalmediziner Dr. Mouhib Adjan, der mit seiner Erfahrung natürliche Geburten bei Zwillingen am Spital Uster möglich macht. Dies zur Freude von Müttern, die ihre Geburt selbstbestimmt erleben möchten.  

Frau S., war für Sie von Beginn weg klar, dass Sie Ihre Zwillinge natürlich zur Welt bringen möchten?
Meine Gynäkologin, die mich durch die Schwangerschaft begleitete, fragte mich, was ich präferieren würde: eine Spontangeburt oder einen Kaiserschnitt. Für mich war klar, dass ich – wenn irgendwie möglich – spontan gebären möchte. Also strebten wir das gemeinsam so an. Voraussetzung war natürlich die korrekte Lage der Kinder im Mutterbauch.

«Ich bin vor 35 Jahren selbst im Spital Uster zur Welt gekommen.»
Deborah S., Mutter von Zwillingen

Wieso entschieden Sie sich, nicht im Spital Ihrer Gynäkologin zu gebären, sondern in Uster?
Das hat sentimentale Gründe. Ich bin vor 35 Jahren selbst im Spital Uster zur Welt gekommen. Ebenso wurden meine beiden Schwestern hier geboren. Aber nicht nur meine Mutter entschied sich fürs Spital Uster. Auch meine Grossmutter väterlicherseits gebar ihre drei Kinder hier. Wir setzen also bereits in der 3. Generation auf die hiesige Geburtenabteilung. Aber genauso ausschlaggebend war für uns die Familienabteilung. Sie erlaubt es uns, zu einem vernünftigen Preis gemeinsam als Familie das Wochenbett zu verbringen.

Ehemann Yves S. sitzt derweil an seinem Laptop am Nebentisch. Seine zwei Wochen Vaterschaftsurlaub hebe er sich für die Zeit auf, wenn seine Frau mit den Babys nach Hause dürfe, sagt er. Momentan befinde er sich im Home Office. Das funktioniere gut so, ausser dass der Laptop langsam aber sicher Strom benötige, denn das Ladekabel sei bei der abrupten Abfahrt am Sonntag zu Hause liegengeblieben.

Seine Frau erläutert:

Ich hatte am Sonntagvormittag einen Blasensprung. Wir schauten uns daraufhin ein Erklärvideo auf Youtube an, welches die Information vermittelte, es könnten bis zur Geburt locker noch 24 Stunden vergehen. Wir gingen es also ruhig an. Ich stieg gemütlich unter die Dusche, machte mich frisch und wollte nochmals gut essen. Das Abendprogramm – ein Essen mit einer Freundin beim Chinesen – sagte ich ab. Als ich dann kurze Zeit später richtig viel Fruchtwasser verlor, meinte mein Mann, es wäre vielleicht doch gescheiter, mal im Spital anzurufen.

Und was sagten sie Ihnen?
Sie sagten mir, ich solle innerhalb einer Stunde im Spital eintreffen.

Das scheint Sie überrascht zu haben?
Nun ja, meine Mutter lag bei der ersten Geburt drei Tage lang in den Wehen. Das wollte ich auf keinen Fall erleben. Von daher wäre es mir im ersten Moment lieber gewesen, noch etwas länger zuhause zuzuwarten.

«Natürlich war die Geburt streng, aber glücklicherweise komplikationsfrei.»

Aber ging es dann doch zügig vorwärts?
Ja. Als wir im Spital eintrafen, konnten wir im Restaurant zuerst noch einen Kaffee trinken und etwas spazieren gehen. Um 15 Uhr begaben wir uns auf die Geburtenabteilung und sechs Stunden später waren die Zwillinge bereits da.

Wir erlebten Sie die Geburt?
Ich erlebte sie gut. Natürlich war sie streng, aber glücklicherweise komplikationsfrei. Ausserdem fühlte ich mich jederzeit in guten Händen. Ich wurde während der Geburt von Dr. Adjan begleitet. Ich wusste um seine Expertise bei Risikogeburten und hatte ihn auch bereits eine gute Woche zuvor zu einem Gespräch getroffen. Es ist beruhigend, einen Profi zur Seite zu wissen.

Bei Ihren Zwillingen handelt es sich um ein Pärchen, Liam und Mia. Haben Sie das Geschlecht der beiden bereits vor der Geburt gekannt?
Nein, ich wollte das Geschlecht nicht wissen. Mein Mann hingegen schon. Er erfuhr bereits während der Schwangerschaft, dass wir einen Jungen und ein Mädchen kriegen.

Konnte er so lange dichthalten?
Ja, er hat es tatsächlich geschafft, mir nichts zu verraten. Für mich war es eine schöne Überraschung, dass wir ein Pärchen gekriegt haben. Ich freue mich sehr darüber.

Sind es die ersten Zwillinge in der Familie?
Nein, meine Grossmutter mütterlicherseits hatte bereits Zwillinge.

* Dieses Interview wurde vom Spital Uster geführt.

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