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«Frag den Doktor»: Lungenkrebs

Lungenkrebs meldet sich oft spät

Lungenkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung in der Schweiz und meist die Folge von jahrelangem Rauchen. Die Therapiemöglichkeiten haben sich die vergangenen Jahre stets verbessert. Die beste Therapie beim Lungenkrebs ist jedoch die Prävention.

Promotion
Montag, 23. Mai 2022, 13:00 Uhr «Frag den Doktor»: Lungenkrebs

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Spital Uster.

«Lungenkrebs tut nicht weh», erklärt PD Dr. med. Daniel Franzen, Departementsleiter Medizinische Disziplinen und Co-Chefarzt Pneumologie am Spital Uster. Viele Lungenkarzinome im Frühstadium werden deshalb zufällig entdeckt, bei einer Routineuntersuchung oder während der Behandlung eines anderen medizinischen Problems.

Lungenkrebs zeigt kaum Symptome

Oft wird Lungenkrebs erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Das ist auch der Grund, warum diese Tumorerkrankung verglichen mit anderen Krebserkrankungen am häufigsten zum Tod führt.

Porträtaufnahme von PD. Dr. med. Daniel Franzen
PD Dr. med. Daniel Franzen ist Departementsleiter Medizinische Disziplinen und Co-Chefarzt Pneumologie am Spital Uster. (PD)

Was also, wenn sich bei einem bildgebenden Verfahren ein Schatten auf der Lunge zeigt? «Als erstes geht es darum, eine Diagnose zu stellen», erklärt Franzen. Der Verdacht muss durch eine Biopsie bestätigt werden. Mittels einer Lungenspiegelung wird Gewebe entnommen. «Das ist kein einfaches Unterfangen, denn die Lunge ist ein sehr grosses Organ. Auseinandergefaltet ist sie so gross wie ein Tennisplatz. Im Bronchialbaum bis zum Tumor zu gelangen, kann man sich in etwa so vorstellen, wie wenn man auf einem Tennisplatz eine Erbse aufgreifen muss, dabei aber lediglich den weissen Linien entlanggehen kann.»

Individuelle Therapieansätze

Und wenn ein schlechter Befund übermittelt werden muss? «Das ist immer eine Herausforderung, denn jeder Mensch und jede Tumorerkrankung ist individuell», sagt Franzen. Die Medizin habe bei Krebstherapien enorme Fortschritte erzielt. Die Immuntherapie, zum Beispiel, zeige eine gute Verträglichkeit und könne ein Fortschreiten der Erkrankung um Jahre hinauszögern. «Selbst bei einem negativen Befund kann ich den Patienten also dazu aufmuntern, nicht den Kopf hängen zu lassen», so der Arzt.

Prävention zählt

Die Hauptursache von Lungenkrebs ist der Tabakrauch. «Wenn Sie nicht rauchen, dann können Sie den Lungenkrebs aus Ihren Alltagsängsten beinahe ausklammern» appelliert Franzen. Erstaunlich auch: Es ist nie zu spät, um mit dem Rauchen aufzuhören. Innert weniger Wochen nach dem Rauchstopp verbessert sich die Lungenfunktion und in der Folge nimmt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, längerfristig wieder ab.

Am Mittwoch, 1. Juni 2022, findet im Spital Uster von 19.30 Uhr bis 21 Uhr ein öffentlicher Vortrag zum Thema «Lungenkrebs: Individuelle Therapieansätze» statt. PD Dr. med. Daniel Franzen informiert zusammen mit den Onkologen, Dr. med. Georg Tscherry und Dr. med. Sibylle Wolleb, über die gezielte und individualisierte Behandlung von Lungenkrebs.

Mehr Informationen unter: spitaluster.ch/lunge