×

«Ältere Personen schätzen die Hilfe in der Coronavirus-Krise sehr»

Züriost koordiniert

«Ältere Personen schätzen die Hilfe in der Coronavirus-Krise sehr»

Gemeinsam mit der Leserschaft kämpft die Zürcher Oberland Medien AG gegen Einsamkeit und Angst während der Coronavirus-Krise an. Die Vermittlung von Hilfesuchenden ist eine Erfolgsgeschichte mit herzerwärmenden Momenten.

Promotion
Mittwoch, 25. März 2020, 19:02 Uhr Züriost koordiniert

Das öffentliche Leben steht still und die die eigenen vier Wände engen ein. Allen Widrigkeiten zum Trotz wächst die Hilfsbereitschaft für und die Solidarität mit Menschen, die Hilfe brauchen, ungebremst. In den Sozialen Medien gibt es zahlreiche Gruppen mit Personen, die ihre Unterstützung anbietet. Eine regionale Übersicht gibt die Website hilf-jetzt.ch. Auch die Seite benevol-jobs.ch steht kostenlos als Drehscheibe zur Verfügung.

Das Problem des Internets und der sozialen Medien ist, dass die Risikogruppe – die älteren Menschen über 65 Jahre – dort schlecht vertreten ist. Aus diesem Grund bieten die Zürcher Oberland Medien seit etwas mehr als einer Woche ihre Reichweite auf ihrem Onlineportal Züriost.ch und in ihren Printpublikationen an, um gemeinsam gegen Einsamkeit, Angst und Langeweile vorzubeugen. Wer Unterstützung anfordern will, darf unter der Telefonnummer 044 933 32 38 anrufen oder eine Mail an redaktion@zol.ch schreiben. Koordiniert werden die Anfragen von Mike Gadient, Marketingleiter der Zürcher Oberland Medien.

Erleichterung und Wertschätzung

Es sind herzerwärmende Momente, die er während der Coronavirus-Krise erlebt. «Die meisten Anruferinnen und Anrufer sind über 80 Jahre alt und haben ein schlechtes Gewissen, um eine Einkaufshilfe anzufordern», erzählt Gadient. Zunächst konnte er es nicht fassen, wie schnell die Hilfesuchenden vermittelt werden konnten. «Innert wenigen Stunden hatte jede und jeder eine Person gefunden, die in den nächsten Tagen einkaufen geht.» Diejenigen, die Unterstützung anbieten wollen, seien sehr gut organisiert.

Ein Rütner hat dank dem Aufruf auf der Facebookseite von Züriost.ch auch Anrufe aus Wetzikon und Effretikon erhalten. «Die älteren Personen sind erleichtert und schätzen die Hilfeleistung sehr», sagt Gadient. Unsicher seien sie jeweils bei der Frage, wie sie sich erkenntlich zeigen sollen. «Alle stellen ein Trinkgeld in Aussicht. Das dürfen sie selbstverständlich. Aber ich denke, dass dies nicht nötig wäre.»

«So macht man sich etwas weniger Sorgen, wenn wir alle zusammenhalten.»
Eine Hilfesuchende

Einer älteren Frau ging es nicht primär darum, jemanden fürs Einkaufen zu finden. Sie, alleinstehend und ohne Familie, suchte Gesprächspartner, die per Mail oder Whatsapp den sozialen Kontakt herstellen. Knapp 24 Stunden später schrieb sie Mike Gadient in einer Mail: «Die Telefonrunde ist noch auf drei weitere Personen angewachsen und wir haben uns angeregt unterhalten. Nochmals herzlichen Dank für die Vermittlung – so macht man sich etwas weniger Sorgen, wenn wir alle zusammenhalten.»

Eine andere Leserin, die über 80-jährig ist, müsste per 1. April umziehen. Deshalb fragte sie nach, ob man ihr Helfer fürs Zügeln vermitteln könne. «Auf sämtliche Anfragen, bei denen der nötige Sicherheitsabstand nicht gewährleistet ist oder die sich um finanzielle Hilfeleistungen drehen, können wir nicht eingehen. Hier verweise ich an die Behörden», sagt Gadient. 

Aktion läuft weiter
Die Aktion der Zürcher Oberland Medien wird in den kommenden Tagen weitergeführt. Leserinnen und Leser dürfen in diesen schwierigen Zeiten zeigen, dass sie an ihre Mitmenschen denken. Gesammelt und veröffentlicht  werden Unterstützungsangebote. Jetzt kommt es auf jeden einzelnen an. Schreiben Sie uns eine E-Mail an redaktion@zol.ch oder senden Sie uns einen Brief, den wir an Alters- und Pflegezentren in der Region weiterleiten können (Postadresse: Zürcher Oberland Medien AG / Rapperswilerstr. 1 / 8620 Wetzikon).

Wollen Sie selber Unterstützung anfordern, wissen aber nicht, bei wem? Dann schreiben Sie uns an redaktion@zol.ch oder rufen Sie uns unter Telefon 044  933 32 38 an. Geben Sie bei jedem Hilfsangebot und jeder Hilfesuche an, um welche Art Hilfestellung es sich handelt, in welcher Gemeinde diese erbracht werden soll und auf welchem Weg – Mailadresse oder Telefonnummer – Sie erreicht werden können. Wir koordinieren.

Kommentar schreiben

Kommentar senden