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Kosovare nach 26 Jahren ausgewiesen

Kosovare nach 26 Jahren ausgewiesen

Er beging Straftaten, hat hohe Schulden und bezog eine Viertelmillion Franken Sozialhilfegelder. Und jetzt muss der im Oberland lebende Kosovare nach 26 Jahren unser Land verlassen. Dies hat das Bundesgericht entschieden.

Montag, 20. Januar 2014, 19:26 Uhr

Der heute 47-jährige, im Zürcher Oberland wohnhafte Mann mit kosovarischer Staatsangehörigkeit kam im Februar 1988 in die Schweiz. Weil er zwei Jahre später eine in der Schweiz niederge­lassene Italienerin heiratete, wurde sein Asylgesuch abgeschrieben, und er erhielt eine Aufenthaltsbewilligung. Das Paar hat zwei inzwischen volljährige Kinder. Die Ehe hielt vorerst nur drei Jahre. Dies hatte zur Folge, dass der Kosovare seine Aufenthaltsbewilligung verlor. Er musste unser Land jedoch nicht verlassen, weil er im Jahr 1995 seine Ex-Ehefrau erneut geheiratet hatte. Im November 2007 erhielt der Kosovare eine bis Ende 2012 gültige EG/Efta-Aufenthaltsbewilligung, obwohl er sich bereits im Jahr 1999 von seiner Frau getrennt hatte.

Unter anderem Morddrohungen

Weil die Ehe des Kosovaren Ende 2009 vom Bezirksgericht Uster geschieden wurde, überprüfte das Migrationsamt des Kantons Zürich das Anwesenheitsrecht des Mannes. Gegen den Willen des Zürcher Migrationsamts, welches dem Kosovaren eine weitere Chance geben wollte, verweigerte das Bundesamt für Migration die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung – ein Entscheid, den das Bundesverwaltungsgericht schützte. Nicht anders hat nun auch das Bundesgericht entschieden; der Kosovare muss unser Land demnächst verlassen.

Dem Urteil aus Lausanne ist zu entnehmen, dass der Kosovare verschiedentlich strafrechtlich in Erscheinung getreten war. Fahren in angetrunkenem Zustand, unerlaubtes Waffentragen, Führen eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs, mehrfache Drohung, Morddrohung, Sachbeschädigung, Tätlichkeiten und grobe Verletzung von Verkehrsregeln sind nur einige der Delikte, für welche der Kosovare im Lauf seines langjährigen Aufenthalts in der Schweiz verurteilt worden ist.

Ungenügend integriert

Wesentlich für die Wegweisung des ­Kosovaren ist auch der Umstand, dass der Mann vom 1. Juni 2006 bis 1. März 2013 durch die Sozialhilfe mit insgesamt rund 240'000 Franken unterstützt werden musste. Zudem hat er ­offene Verlustscheine von über 72'000 Franken und Betreibungen in Höhe von über 43'000 Franken.

Die verschiedenen Gerichtsinstanzen hatten zudem festgestellt, dass sich der Kosovare nur schlecht in der Schweiz integriert hatte: Bereits zu Beginn seines Aufenthalts in der Schweiz hatte er laut Gerichtsakten Mühe, sich in die Arbeitswelt zu integrieren; es sei ihm immer wieder gekündigt worden, etwa, weil er Mitarbeiter und Arbeit­geber tätlich angegriffen habe oder weil er zu viele Absenzen aufgewiesen beziehungsweise die Arbeit nicht seinen Vorstellungen entsprochen habe. Er habe gelegentlich auch selber gekündigt, weil ihm die Arbeit zu schwer ­gewesen sei.

Angesichts dieser mangelhaften ­Integration ist es laut Bundesgericht nicht zu beanstanden, dass dem Kosovaren die Aufenthaltsbewilligung entzogen wird und dass er deshalb trotz 26-jähriger Anwesenheit unser Land verlassen muss.

(Urteil 2C_719/2013 vom 10. Dezember 2013)

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