×

Junge Frau wegen Todesdrohung verurteilt

Junge Frau wegen Todesdrohung verurteilt

Eine Arztgehilfin aus Pfäffikon hat die Ex-Freundin ihres verhafteten Bruders am Telefon mit dem Tod bedroht. Dafür wurde die Frau zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt.

Montag, 24. Juni 2013, 21:07 Uhr

Eine verrückte Liebesbeziehung aus Pfäffikon wird in nächster Zeit bei der Zürcher Justiz voraussichtlich zu mehreren Prozessen führen. Den Auftakt dazu bildete eine Verhandlung am letzten Donnerstag. So musste sich eine heute 26-jährige Schweizerin türkischer Abstammung wegen Drohung sowie übler Nachrede am Bezirks­gericht Zürich verantworten. Der Strafantrag lautete auf eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 110 Franken sowie auf eine Busse von 800 Franken. Angst um verhafteten Bruder

Doch was war geschehen, dass sich eine bisher unbescholtene Arztgehilfin vor dem Gericht verantworten musste? Im Juli 2012 wurde der Bruder der Frau verhaftet, weil ihn seine Ex-Freundin zuvor nach einer verrückten Liebes­beziehung wegen Drohung und Nötigung angezeigt hatte.

«Wir waren damals alle ausser uns», erklärte die Angeschuldigte vor Gericht. Als sie erfahren habe, dass die Ex-Freundin des Bruders etwas mit der Sache zu tun hatte, sei sie sogleich darauf aus gewesen, mit dieser ein Gespräch über die Verhaftung zu führen.

«Ich bringe eu ali um!»

Die Frau rief die Ex-Freundin an deren Arbeitsplatz an. Zweimal wies Letztere das unerwünschte Telefonat ab, bis ­deren Vorgesetzter den Anruf der ­aufgebrachten Arztgehilfin endlich entgegennahm. Dabei kam es sogleich zu einem heftigen Wortgefecht, wobei die Beschuldigte rief: «Ich bringe eu ali um!» Dann sagte sie, dass sie im ­Geschäft der Ex-Freundin eine Explosion auslösen werde. Darauf erstattete die Ex-Freundin Strafanzeige.

Vor Gericht gab die Beschuldigte zu, dass sie üble Worte verwendet habe – allerdings nur aus Abwehr. Der Ver­teidiger verlangte ebenfalls einen vollen Freispruch und führte aus, dass die Ex-Freundin die ganze Familie der Beschuldigten beleidigt habe.

Drohung für Gericht erwiesen

Das Gericht sah dagegen die Drohung als erwiesen an und kam zu einem Schuldspruch. Den Tod in Aussicht zu stellen sei eigentlich die schwerste Drohung, die man gegenüber einem Menschen aussprechen könne, führte die Gerichtsvorsitzende aus. Das Gericht ging aber aufgrund der aufgebrachten Emotionen von einem noch leichten Verschulden aus und setzte eine bedingte Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu 80 Franken fest. Auf eine zusätzliche Busse verzichtete es. Allerdings wurde die Arztgehilfin verpflichtet, der Gegenseite eine Prozessentschädigung von über 5200 Franken zu entrichten.

Kommentar schreiben

Kommentar senden