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Insignia – wenn der Weg zum Ziel wird

Opel Insignia GS 2.0 Turbo Excellence AWD

Insignia – wenn der Weg zum Ziel wird

Der neue Opel Insignia sieht nicht nur gut aus, er fährt auch gut und wirkt in der gefahrenen Ausführung Excellence luxuriös. Der OnStar Online- und Service-Assistent und das Intellilux-Lichtsystem lassen ihresgleichen suchen. Nicht zuletzt: Nach der Testfahrt bleibt der Eindruck, dass der Insignia ein Auto ist, bei dem auch der Weg das Ziel sein kann.

Gerold
Schmid
Montag, 02. Oktober 2017, 19:00 Uhr Opel Insignia GS 2.0 Turbo Excellence AWD

Zweifellos, der neue Opel Insi­gnia stellt etwas dar. Er kommt mit seinem Design dynamischer daher als sein Vorgänger. Die seitlichen Sicken in der Karosserie, die sich von vorne nach hinten – auf der Höhe der Türgriffe – leicht nach oben ziehen, verleihen dem Insignia sport­liche Eleganz. Zudem nähert sich die Karosserie vom Aussehen her einem Coupé.

Gewachsen und abgespeckt

Gegenüber seinem Vorgänger ist er etwas mehr als fünf Zentimer länger geworden, gut drei Zentimeter flacher und der Radstand ist gar um neun Zentimeter gewachsen; trotzdem hat er rund 170 Kilogramm abgespeckt.

Intellilux und OnStar

Ausgerüstet ist der gefahrene Wagen mit dem Intellilux-LED-Matrix-Licht. 32 einzelne LED-Elemente schalten sich automatisch und sequenziell ein oder aus und beleuchten die Strasse, ohne dass entgegenkommende oder vorausfahrende Autos geblendet werden. Manuell auf- oder abblenden entfällt. Aus meiner Sicht eines der besten Lichtsysteme, die zurzeit auf dem Markt sind. Ausgiebig testen konnte ich das bei der Markteinführung im Opel Astra.
Ebenso einmalig ist zurzeit der persönliche Online- und Service-Assistent OnStar: für die Hotelsuche und -buchung, für in der Mittagspause unterwegs die Suche nach Restaurants in der Umgebung und aufschalten der Koordinaten ins Navi, für den Notfall – oder wie ich es bei der Einführung in der Schweiz erlebte – auch mal für einen «Schwatz» mit der Dame, dem Herrn am anderen Ende der Leitung – OnStar ist top und rund um die Uhr verfügbar. Der Bedienknopf ist im Overhead-Panel hinter dem Innenrückspiegel angebracht.
Klasse ist der zertifizierte Ergonomiesitz fahrerseitig mit elektrisch verstellbaren Seitenwangen und einem Massageprogramm für den Rücken.

Gut ablesbares Head-up-Display

Nach dem Motorstart sind auf einem gut ablesbaren Head-up-Display die wichtigsten Fahr­informationen wie Geschwindigkeit, Navigation, Verkehrsschilder und Tempomat oder Limiter eingeblendet. Cockpit und Interieur wirken hochwertig und luxuriös. Der verlängerte Radstand gibt den Passagieren im Fond mehr Beinfreiheit. Und auch die Kopffreiheit lässt nichts zu wünschen übrig.
Ein Detail jedoch gibt mir eine Frage auf: Warum hat Opel die Instrumente nicht durchgehend digitalisiert? Links und rechts vom Zentraldisplay hinter dem Lenkrad sind zwar digitale Skalen vorhanden, die Zeiger aber analog. Das finde ich echt schade, denn die Vernetzung mit der digitalen Welt im Insignia ist top.

Allrad mit Twinster

Der Motor und das 8-Gang-Automatikgetriebe sind optimal aufeinander abgestimmt.  Die Geräuschdämmung des ­Innenraums bewerte ich als ­hervorragend. Das Fahrwerk macht eine sehr gute Falle und dämpft je nach gewähltem Fahrmodus. Drei Modi stehen zur Verfügung: Tour, Sport und Standard. Diese Modi steuern Gasannahme, Lenkung, Getriebe, Stossdämpfer und Traktionskontrolle; FlexRide nennt Opel dieses System.
Dank längerem Radstand und der Twinster-Allrad-Technologie, bei der die Kraftübertragung an die hinteren beiden ­Rädern mit je einer Lamellenkupplung geschieht, nimmt der Insignia jede Kurve souverän. Die Lenkung ist feinfühlig und präzise, die Bodenhaftung hervorragend.
Verschiedene Assistenz- und Sicherheitssysteme unterstützen die Fahrt. Besondere Erwähnung verdient der Adaptive Tempomat (ACC). Er reagiert sehr schnell beim Anfahren aus dem Stand und man hat nicht dauernd das Gefühl, selber das Gaspedal drücken zu müssen, weil es einfach nicht vorwärts gehen will.

Fazit: Insgesamt ist der Opel Insignia aus meiner Sicht ein grosser Wurf. Er ist kein Fahrzeug, das man nur fahren will, um von A nach B zu kommen. Mit dem Insignia wird auch der Weg zu Ziel. Obwohl vorhanden, reizte mich die Fahrt im Modus Sport kaum. Touren, touren, touren. Hier liegt eine grosse Stärke dieses Wagens. Und kaum jemals habe ich erlebt, dass während der Testfahrt weniger Treibstoff verbraucht wurde, als der Hersteller angibt! Es ist zu hoffen, dass der Insignia die teils noch tiefsitzenden Vorurteile gegenüber der Marke Opel überwinden kann. Das hätten die Rüsselsheimer aus meiner Sicht mehr als verdient.

Technische Daten: Opel Insignia GS 2.0 Turbo Excellence AWD
Treibstoff: Benzin
Hubraum: 1998 cm3
Leistung: 191 kW/260 PS
Drehmoment: 400 Nm
Getriebe: 8-Stufen-Automatik
Gewicht: 1825 kg
Normverbrauch: 8,6 l/100 km
Testverbrauch: 8,3 l/100 km
CO2-Emissionen: 197 g/km
Abgasnorm: Euro 6
Energieeffizienz: G
Ladevolumen: 490–1450 l
Grundpreis:  Fr. 49 100.–
Testwagen: Fr. 64 300.–

 

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