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Schreckgespenst Kirchenfusion

Immer weniger Mitglieder, immer grössere Engpässe – die reformierte Kirche im Kanton durchlebt schwierige Zeiten. Der Kirchenrat setzt nun auf Fusionen, was bei der Basis aber schlecht ankommt.

Sonntag, 14. Dezember 2014, 21:34 Uhr

«Warum soll man Einheiten durcheinanderbringen, die funktionieren?» Der Dürntner Peter Würmli stört sich am Umstand, dass der Kirchenrat sich auf den Zusammenschluss von Kirchgemeinden eingeschossen habe, um sich so dem Mitgliederschwund anzupassen. «Es gab ursprünglich auch andere Vorschläge, aber der Kirchenrat ging darauf nicht ein.» Der Bengler Huldrych Thomann, wie Würmli Mitglied der Kirchensynode, dem dem Parlament der reformierten Landeskirche, übt ebenfalls Kritik. In den meisten Kirchgemeinden sei nicht die Grösse das Hauptproblem, sagt er im Interview. «Die Diskussion um die Struktur frisst viele Energien, die wir besser für inhaltliche Fragen nutzen sollten.» Thomann befürchtet, dass sich die Kirchen mit dem Projekt KG Plus, der Schaffung von neuen Kirchgemeinden mit der Normgrösse von 5000 bis 7000 Mitgliedern, von den Menschen entfernt. «Die Aufgabe der Kirche ist es doch, nahe an den Menschen zu sein.» So wie es in der Kirchenordnung stehe.

In der Kirchensynode geben die Fusionsabsichten des Kirchenrates ebenfalls zu reden, obschon man im Jahr 2012 dem vorgeschlagenen Weg des Kirchenrates zugestimmt hatte. Insbesondere wird bemängelt, dass nur noch über Strukturen und nicht mehr über Inhalte gesprochen wird. Würmli, Thomann sowie weitere Mitglieder der Synode reichten beim Kirchenrat eine Interpellation mit zahlreichen Fragen ein.

Eine rasche Strukturanpassung würde einen Freiraum für länger gehende inhaltliche Reformen geben, entgegnete Kirchenrats-Präsident Michel Müller anlässlich einer Pfarrkonferenz.

Mehr dazu lesen Sie im ZO/AvU vom Montag, 15. Dezember 2014.

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