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Biker vs. Wanderer – ein viel diskutierter Konflikt

Biker vs. Wanderer – ein viel diskutierter Konflikt

Jetzt, wo die warme Jahreszeit endlich Einzug gehalten hat, trampeln sich Spaziergänger, Hundehalter und Biker mancherorts in den Wäldern der Region wieder auf den Füssen herum.

Dienstag, 04. Juni 2013, 18:59 Uhr

Der im Kanton Zürich zurzeit am breitesten diskutierte Konflikt im Wald entzündet sich zwischen Bikern und Spaziergängern. Im Oberland wurde er vor allem am Bachtel ausgetragen, wo sich Anwohner über die Umwandlung eines Wildwechsels in einen illegalen Biketrail ärgerten (wir berichteten). Die meisten Biker, die sich auf den erlaubten Waldwegen bewegen, wissen jedoch kaum von negativen Begegnungen mit Fussgängern zu berichten. Ueli Looser, Präsident der Bachtel-Biker, erklärt: «Ich bike seit 20 Jahren und hatte noch nie Probleme mit Wanderern.» Es gebe aber sicher einzelne Biker, die sich nicht an die Regeln hielten. Oft liessen sich diese Biker in Vollmontur mit einem Shuttle auf den Bachtel fahren und preschten dann ohne Rücksicht quer durch den Wald. Anselm Schmutz, Revierförster von Kyburg, sagt: «Ich bike gerne, aber ich fahre auch selber hinauf.»

Gegen illegale Trails

Wenn Biker in seinem Wald illegal einen Trail anlegen, greift er sofort ein. «Bei uns eskalierte das Problem nicht, wir haben es im Keim erstickt», fügt er an. Ebenso reagiert Markus Tanner, Revierförster von Dübendorf. «Obwohl es auch schon illegale Biketrails gab, muss ich nicht Alarm schlagen oder rigorose Grosskontrollen einführen», meint er.

Doch stosse die Akzeptanz bald an ihre Grenzen. «Gemeinden und Kanton müssen mit der Zeit gehen und auf die neuen Herausforderungen reagieren.» Allerdings sind Extrembiker oft nicht bereit, gemeinsam an einen Tisch zu sitzen. «Das ist ihnen zu konventionell.»

Am Bachtel haben sich die «normalen» Biker mit Vertretern der Gemeinde und der Jagdgesellschaft, mit der Waldkorporation, dem Förster und mit Wanderwegvertretern bereits vor einem Jahr zusammen. «Biketrails, die das Jungholz umgehen und sowohl den Wald als auch das Wild schonen, aber dennoch spannend und interessant sind, könnten die Lösung sein», sagt Katharina List, Leiterin der Abteilung Sicherheit in Hinwil.

Zurzeit arbeiten Biker zusammen mit Vertretern von Jagd und Wald die Linienführung aus. Dies sollte dann als Grundlage für die Gespräche mit den Grundeigentümern bilden. Da dieses Jahr lange Schnee lag, konnte Looser die Begehung erst vor Kurzem organisieren. «Es ist ziemlich komplex, alle Ansprüche zu berücksichtigen», meint er. Aus Sicht der Bachtel-Biker soll die Strecke steilere Passagen für erfahrene Biker enthalten und einfachere für die Anfänger.

Trends integrieren

Da alle Beteiligten hinter dem Projekt stehen, sieht Looser aber keine grösseren Probleme auf sie zu kommen. Auch der Kyburger Förster Anselm Schmutz bestätigt: «Bei den Bikern ist der springende Punkt die Frage, wie die Gesellschaft mit neuen Trends umgeht.»

Lesen Sie mehr dazu im ZO/AvU vom Mittwoch, 5. Juni.

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