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Kontrolle der Kirche per Klick

Kirche Herz Jesu in Mattenbach-Winterthur

Kontrolle der Kirche per Klick

Die Kirche Herz Jesu wurde saniert und hat eine neue technische Anlage. Mit wenigen Klicks können die Heizung, Lüftung und die Beleuchtung reguliert werden.

Mittwoch, 09. Mai 2018, 17:24 Uhr Kirche Herz Jesu in Mattenbach-Winterthur

Zehn Monate lang dauerten die Sanierungsarbeiten der Kirche Herz Jesu am Unteren Deutweg 89 in Mattenbach. Nun tragen sie Früchte: eine neue Heizung, Lüftung und Beleuchtung. Die Kirchgänger können nun beten, ohne dass sie Kälte lähmt oder Hitze erdrückt. Auch habe der Pfarrer vor der Sanierung schon einen unangenehmen Durchzug erlebt. Luftwalzen hätten sich manchmal gebildet. «Dann brannten die Kerzen in einer halben Stunde ab», so Klaus Meyer.

Dass das Gebäude Altersschäden aufwies ist nicht verwunderlich, ist es doch 1943 erbaut und letztmals vor 40 Jahren modernisiert worden. «An einigen Stellen konnte man schon die Steine erkennen», sagt der Geistliche.

Die LEDs der Pendelleuchten können in verschiedenen Farbkombinationen eingestellt werden. (Foto: PD)

 

Der Betrag der Kosten für die Sanierung – 2,175 Millionen Franken – sei «verhältnismässig gering». Mit dem Bauvorhaben betraut wurde das Zürcher Architekturbüro Fässler und Partner AG, das auf Kirchensanierungen spezialisiert ist, von der Katholischen Kirchgemeinde Winterthur. Die Sanierung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege der Stadt Winterthur. Das Ziel der Renovation war ein auf minimalen Unterhalt ausgearbeitetes Sanierungskonzept des Kirchengebäudes für die nächsten 40 Jahre.

Ästhetik trifft Spiritualität
Der Stil des Kirchengebäudes der drittältesten katholischen Pfarrei in Winterthur habe sich kaum gewandelt, die Architektin habe nur Details verändert. So sei die Wand im Chorraum mit dem Lebensbaum darauf vergoldet worden. Dadurch harmoniere sie jetzt besser mit den zwei Heiligenstatuen. Der Raum habe vorher «etwas trist» gewirkt, so der Pfarrer. «Spiritualität und Ästhetik gehören zusammen. Die Besucher schauen darauf heutzutage mehr als früher.»

«Spiritualität und Ästhetik gehören zusammen.»

Pfarrer Klaus Meyer

Die Rot- und Gelbtöne des durch die Farbfenster einströmenden Sonnenlichtes lassen den Altarraum in neuem Glanz erstrahlen. Die Kirchenorgel wurde gereinigt, was für bessere Klänge sorgt. Die Aussendämmung der Wände wurde verstärkt, das Innere der Kirche neu gestrichen. Die Kreuzwegstationen erscheinen nun im Terrakotta-Stil.

Technik trifft Tradition
Architektin Romea Weber sagt: «In die Pendelleuchten haben wir LEDs integriert. Durch die Glasrohre wird das Licht gebrochen.» Dadurch ströme von den Leuchten ein festliches Licht aus. Die LEDs seien in allen möglichen Farbkombinationen einstellbar und könnten verschiedene Stimmungen akzentuieren.

Gesteuert werden sie – ebenso wie die Heizung, Lüftung und das Glockengeläute – von einem mobilen Tablet aus. Mit nur einem Klick können die Kirchenglocken eingeschaltet oder die Kirchenfenster geöffnet werden. Zudem kann eine Leinwand über dem Altar mit einem Seil heruntergelassen und ausgerollt werden. Auch verfügt die Kirche nach der Sanierung über eine Spielecke für Kinder. In dieser werden den Kleinen manchmal Geschichten aus der Bibel vorgelesen.

Marshal Sritharan besucht die Kirche jeden Tag. (Foto: Marko Stevic)

 

Mensch trifft Gott
Meyer sagt, dass die Kirche zwei Funktionen zu erfüllen habe: «Zum einen ist das Kirchengebäude ein Versammlungsort. Hier feiern die Menschen als Gemeinschaft.» Zum anderen sei die Kirche der «Ort, an dem Gott wohnt», wo die Menschen beten und eine spirituelle Verbindung suchen könnten. «Nach der Sanierung kann die Kirche ihre Funktionen besser erfüllen», so der Kleriker.

Marshal Sritharan kommt jeden Tag in die Kirche, um zu beten. Er arbeitet in der Nähe der Kirche und verehrt den Heiligen Antonius von Padua. Wenn er in der Kirche sitzt, scheint er in Gedanken vertieft zu sein. Vielleicht ist er dann an jenem spirituellen Ort, von dem der Pfarrer sprach.

Am 13. Mai feiert die Kirche Herz Jesu in Winterthur am Deutweg 89 zusammen mit der italienischen Gemeinde San Francesco die Wiedereröffnung der sanierten Kirche mit einem Festgottesdienst.

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