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Gesundheitsserie: «Frag den Doktor»

Schnell wieder fit nach einer Operation

Verschiedene Massnahmen können dafür sorgen, dass Patientinnen und Patienten nach einem operativen Eingriff schneller genesen. Wie das gelingt und wie wichtig die Vorbereitung auf eine Operation ist, erklärt Frauenärztin Iryna Schmeil.

Veröffentlicht am: 24.09.2023 – 13.42 Uhr

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«Unters Messer kommen»: Eine Vorstellung, die bei vielen Menschen ein gewisses Unbehagen auslöst. Zwar konnte durch die Fortschritte in der Operationstechnik das Risiko einer Komplikation stark reduziert werden, doch stellt ein operativer Eingriff immer noch eine grosse Belastung für den Körper dar. Es kommen Arznei- und Narkosemittel zum Einsatz und es entsteht eine Wunde, die anschliessend wieder heilen muss.

Dazu wirkt sich eine Operation auch auf die Psyche aus. «Der Körper wird in eine Stresssituation versetzt und schüttet Stresshormone wie Adrenalin oder Kortisol aus, was ebenfalls zu einer körperlichen Belastung führt erklärt Dr. med. Iryna Schmeil, Leitende Ärztin der Frauenklinik am Spital Uster. Deshalb verfolgen chirurgisch oder anästhetisch tätige Ärztinnen und Ärzte das Ziel, die Belastungsreaktion für den Körper so niedrig wie möglich zu halten.

ERAS-Programm

Aus diesem Gedanken ist vor einigen Jahren das länder- und spitalübergreifende ERAS-Programm entstanden, das durch verschiedene Massnahmen dafür sorgen soll, eine Operation für die Patientinnen und Patienten so erträglich wie möglich zu machen und die Genesung zu beschleunigen.

Das Programm umfasst eine Reihe von Massnahmen, die unterschiedliche Fachdisziplinen und Personen betreffen, und die vor, während und nach der Operation ergriffen werden. «So werden etwa besonders schonende Arten der Operation und der Narkose gewählt», erklärt Schmeil. Neben der Chirurgie und der Anästhesie sind von medizinischer Seite her auch Pflegefachkräfte oder Fachleute aus der Ernährungsberatung und Physiotherapie Teil dieses multidisziplinären Teams.

Besonders entscheidend beim ERAS-Programm ist der starke Miteinbezug der Patientinnen und Patienten in der Operationsvorbereitung. «Hier ist es nicht nur wichtig, den Patienten exakt über die Operation, die Risiken und Komplikationen aufzuklären, sondern auch seinen Gesundheitszustand genau abzufragen und gegebenenfalls bestimmte Optimierungen einzuleiten», so die Gynäkologin.

So haben etwa die detaillierte Aufklärung und Miteinbezug des Patienten, Verbesserung des Ernährungszustandes, gegebenenfalls Behandlung der Blutarmut oder Zuckererkrankung, das Aufhören mit dem Rauchen und frühe Mobilisation nach dem chirurgischen Eingriff eine äusserst positive Auswirkung auf die Operation und die Genesung danach.

Auf Patientenbedürfnisse eingehen

«War es früher normal, dass Patienten bereits zwei Tage vor der Operation den stationären Spitalaufenthalt angetreten sind und lange Nüchternheitszeit aushalten mussten, werden heutzutage viele Eingriffe ambulant durchgeführt. Es ist möglich, bis zu zwei Stunden vor der Operation Wasser zu trinken und bis zu sechs Stunden davor noch etwas zu essen.»

Mit einer verstärkten präoperativen Aufklärung, einer Verbesserung des Gesundheitszustandes, einer verkürzten Nahrungskarenz oder einer schnelleren Mobilisation nach der Operation kann der Aufenthalt im Spital deutlich verkürzt werden und die Patientinnen und Patienten sind wieder rascher in ihrem gewohnten Lebensalltag. Das alles führt zu einer höheren Patientenzufriedenheit und einer Steigerung der Lebensqualität.

Im Spital Uster kommt das ERAS-Programm in vielen chirurgischen Disziplinen zum Einsatz und soll aufgrund der positiven Erfahrungen auch verstärkt im gynäkologischen Bereich angewendet werden. Für Iryna Schmeil bedeutet das, die Eingriffe noch besser auf die Bedürfnisse der Patientinnen abstimmen zu können. Denn: «Jede Operation ist einzigartig, genauso wie jede Patientin.»

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