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Ehrenchronik.

Fürstensitz und Landvogtei: die Kyburg in einer Ansicht aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Anlage wurde in zürcherischer Zeit ausgebaut; vor der Brücke liegt die Kapelle, wo die Jahrzeit der Gräfin von Toggenburg gestiftet wurde. aus: Ehrenspiegel des Hauses Österreich von Johann Jakob Fugger, 1555

Schloss Kyburg bei Illnau-Effretikon

Zürichs Sprung zum Stadtstaat

Vor 600 Jahren sicherte sich Zürich die Grafschaft Kyburg – gegen den Willen der Burgherren. Die Zürcher Herrschaft reichte damit plötzlich bis zum Rheinfall.

Fürstensitz und Landvogtei: die Kyburg in einer Ansicht aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Anlage wurde in zürcherischer Zeit ausgebaut; vor der Brücke liegt die Kapelle, wo die Jahrzeit der Gräfin von Toggenburg gestiftet wurde. aus: Ehrenspiegel des Hauses Österreich von Johann Jakob Fugger, 1555

Veröffentlicht am: 12.02.2024 – 14.14 Uhr

Der 9. Februar 1424 war für Zürich ein besonderer Tag: Nicht weniger als sechs Urkunden wurden von König Sigismund von Luxemburg in Ofen (Budapest) ausgestellt. Sie erlaubten dem Zürcher Rat eine massive Ausweitung seines Einflusses. Zwei weitere, ein paar Tage später datierte Schriftstücke geben zudem einen Einblick in die Hintergründe. Mehrere hundert Gulden gingen nämlich als «Dankesgeld» an den König und dessen Kanzlei – ein Handwerker verdiente vielleicht zwei bis drei Dutzend Gulden im Jahr.

Geld und Aufwand zeigen, dass es sich bei diesem Geschäft um eine höchst politische Angelegenheit handelte. Dank den am 9. Februar verfassten Königsbriefen übernahm Zürich Anfang Juni 1424 Schloss und Grafschaft Kyburg und vergrösserte sein Territorium auf einen Schlag bis vor die Tore Schaffhausens.

König Sigismund räumte Zürich auch das Recht ein, Herrschaftsgebiete entlang der Handelsroute zwischen Zürichsee und Walensee zu erwerben. Was im Fall von Kyburg gelang, scheiterte dort aber – das Vorgehen Zürichs war offensichtlich nicht unbestritten. Der 9. Februar 1424 wirft deshalb ein Schlaglicht auf die politischen Hintergründe der damaligen Zeit.

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