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Gesellschaft
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Ein Mann und eine Frau lachen in die Kamera.

Die neuste Verstärkung in der Redaktion. Foto: Ljilja Mucibabic

In eigener Sache

Wie unsere Praktikanten die Maturitätsarbeit erlebten

Unsere zwei Redaktoren besuchten ebenfalls die Kantonsschule in Wetzikon. Die Maturitätsarbeit kennen sie also bestens. Beim Besuch der Vernissage blicken sie zurück. Wie war es vor vier Jahren?

Die neuste Verstärkung in der Redaktion. Foto: Ljilja Mucibabic

Veröffentlicht am: 01.02.2024 – 10.47 Uhr

Moritz Hegglin: Wer zu tief in den Abgrund blickt …

Immer wieder wachte ich in der Nacht auf. Das funktioniert so nicht, dieser Mord ist zu auffällig. Keine Sorge, Sie lesen nicht das Tagebuch eines Mörders. Im Rahmen meiner Maturitätsarbeit schrieb und produzierte ich ein Krimi-Hörspiel. Nächtelang brütete ich in meinem Zimmer meinen Plot aus. Bis nach einiger Zeit mein Zimmer aussah, als würde ich selber tief in einer Kriminalermittlung stecken. Rote Fäden zogen sich meinen Zimmerwänden entlang, um die Handlung im Blick zu behalten.

Die Zeit, während der man an seiner Maturitätsarbeit schreibt, ist zweifelsfrei anstrengend. Jeden Tag schweifen die Gedanken um diese Arbeit. Schnell kann man sich verlieren und kurz vor dem Aufgeben stehen. Nicht immer war ich zufrieden mit dem, was ich geschrieben hatte. Und es gab Tage, da hasste ich nichts mehr, als mich weiter mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Aber wenn man dann zurückschaut, was man alles in dieser Zeit erreicht hat, bleibt nur noch eine Emotion: Stolz. Die Maturitätsarbeit ist eine riesengrosse Chance, etwas umzusetzen, von dem man immer geträumt hat. Klar, es gibt strenge Zeiten. Aber im Endeffekt genoss ich es, so tief in ein Thema einzutauchen und schliesslich ein Produkt zu schreiben, auf das ich auch vier Jahre später noch stolz sein kann. (heg)

Melina Rütsche: Von Blockaden und Begegnungen

Als ich Lorin zuhöre, tauche ich selbst wieder in meine Zeit als Maturandin ein. Vieles kommt mir bekannt vor, nicht nur das Thema «Reportagen». Genau so, wie ich manchmal komplett in einen Flow eintauchen konnte und sich meine Geschichten wie von selbst weiterdrehten, gab es auch Tage, an denen mir nichts in den Sinn kommen wollte. Zu solchen Schreibblockaden kam während eines Dreivierteljahrs auch der permanente Druck hinzu, etwas für die Maturitätsarbeit tun zu müssen.

Doch diese Arbeit hatte für mich auch viele positive Seiten. Ich beschäftigte mich mit der Integration geflüchteter Menschen in meiner Gemeinde und sammelte Erfahrungen, welche meinen persönlichen Horizont erweitert haben. Sie gaben mir neue Perspektiven aufs Leben. Ich sah hinter die nichtssagenden Zahlen von Statistiken über Integrationsbewegungen und lernte Menschen kennen, die Freundinnen und Freunde wurden. So vergass ich manchmal fast, dass ich all dies im Rahmen einer Abschlussarbeit tat. Und je tiefer ich ins Thema eintauchte, desto mehr steigerte sich nicht nur mein Interesse für diese Menschen, sondern wie von selbst auch die Seitenanzahl meiner Arbeit.

Schliesslich war die Maturitätsarbeit für mich ein Türöffner. Das gilt auch für mein Praktikum beim «Zürcher Oberländer». So schliesst sich der Kreis. Und meine Maturitätsarbeit bekommt für mich vier Jahre später nochmals eine neue Bedeutung. (mer)


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