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Zürcher Innovationspark

Die Natur soll zurückkehren auf das Flugplatzareal in Dübendorf

Spaziergang statt Landung: Erstmals wurde ein Grobkonzept für die Zukunft des Militärflugplatzes präsentiert. Er soll geöffnet, aber auch ökologisch aufgewertet werden.

Redaktion
Tamedia
Freitag, 11. November 2022, 17:35 Uhr Zürcher Innovationspark
Landebahn Flugplatz Dübendorf.
Das weitläufige Flugfeld in Dübendorf soll schrittweise öffentlich zugänglich werden.
Foto: Urs Jaudas

Kommt in Dübendorf bald das, was es in Berlin mit dem Tempelhofer Feld seit über zehn Jahren gibt? Eine riesige Fläche, auf der einst Flugzeuge starteten und landeten und auf der sich heute Velofahrerinnen, Spaziergänger, Inlineskaterinnen, Kinder, die Drachen steigen lassen, und Jugendliche, die chillen, mischen. Laut dem nun vorliegenden Grundkonzept «Freiraum, Natur & Umwelt, Landschaft» könnte man sagen: ja.

Das Grundkonzept zeigt auf, wie es 2050 aussehen könnte und soll den Anspruch an nachhaltige Entwicklung erfüllen, wie Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) am Freitag vor den Medien sagte. An der Ausarbeitung waren auch Skyguide, Armasuisse Immobilien, der Zürcher Bauernverband, Birdlife Zürich, Pro Natura Zürich sowie der WWF Zürich beteiligt.

Das Areal des Militärflugplatzes in Dübendorf wird mit dem Innovationspark in grossen Teilen öffentlich zugänglich. Es soll ökologisch aufgewertet und zum Naherholungsgebiet werden. Ein 8,2 Kilometer langer Flugplatzrundweg für Velos sowie Fussgängerinnen und Fussgänger wird die drei Standortgemeinden Dübendorf, Volketswil und Wangen-Brüttisellen verbinden.

Künftig wird das Areal in die vier Teilgebiete eingeteilt: Innovationspark, den Innovationspark mit Forschungs-, Test- und Werkflugplatz, Luftwaffe und Flugsicherung sowie das Flugfeld. Der weitläufige Flugfeldpark soll sowohl Erholungsraum bieten als auch nur beschränkt zugänglichen Naturraum.

Die in den Innovationspark integrierten Parkanlagen Säntispark und Fliegerpark ermöglichen Raum für Naherholung und Open-Air-Anlässe. Nur die für den Flugbetrieb notwendigen Flächen und Bereiche der Luftwaffe bleiben eingezäunt.

Bäche laufen wieder an der Oberfläche

Die Verantwortlichen erwarten von den geplanten Massnahmen eine sehr gute Wirkung auf die Biodiversität. Bestehende wertvolle Lebensräume sollen erhalten bleiben und derzeit artenarme Areale wieder belebt werden. So war das Flugfeld vor der Trockenlegung 1910 ein grosses Ried. Nun soll dieser Charakter der Landschaft wieder sichtbar werden und Bäche wieder an der Oberfläche laufen.

Der Chrebschüsselibach in Dübendorf, der Pohlgraben – wie der einstige Grenzgraben zwischen Dübendorf und Wangen genannt wird – und der Dürrbach werden auf einer Gesamtlänge von 4 km offen gelegt und revitalisiert.

Auch die Landwirtschaft soll weiterhin eine Rolle spielen auf dem Flughafenareal. Allerdings wird die landwirtschaftlich nutzbare Fläche verringert.

Mit seinen 230 Hektaren Land gilt das Areal des Militärflugplatzes Dübendorf als eine der grössten Entwicklungsflächen Europas. Am Donnerstag hatte die vorberatende Spezialkommission Innovationspark des Kantonsrates mehrheitlich einem Kredit von 97,45 Millionen Franken für die Neunutzung zugestimmt.

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