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In Richtung Rüti

Hotel-Reklame zeigt Mitleid mit Roger Federer

Die Bauodyssee der Familie Federer in Rapperswil-Jona wird zum Werbegag. Ein Bündner Hotel macht sich das fehlende Obdach zunutze – mit ganz schön viel Kreativität.

Redaktion
Tamedia
Dienstag, 11. Oktober 2022, 12:01 Uhr In Richtung Rüti
Werbeplakat auf einem Trailer auf der Wiese stehend.
Kann man so machen: Ein Bündner Hotel wirbt ganz schön frech mit Tennisstar Roger Federer in Rapperswil-Jona.
Foto: Fabio Wyss

Wer von Rappi in Richtung Rüti fährt, hat das Plakat wohl schon gesehen. Der Standort ist beliebt für Werbung, denn der Verkehr kommt hier bloss zähflüssig voran. Ähnlich nervenaufreibend muss sich der Hausbau von Roger Federer in Kempraten anfühlen.

Dieser dauert wegen Einsprachen im Uferbereich seit bald drei Jahren an. Eigentlich hätten die Federers Ende 2021 in den Neubau einziehen sollen.

Aus dieser Ausgangslage schlagen nun ein paar Kreativköpfe Kapital: «Lieber Roger! Bis dein Haus hier fertig ist, kannst du dich bei uns zurückziehen.» So wirbt das Hotel Laval in Brigels mit dem eingangs erwähnten Plakat.

Perfektes Timing

Bislang zahlt sich das gemäss Hoteldirektor Reto Engler aus: «Einige loben via soziale Medien die Idee, andere buchen sogar direkt ein Zimmer.» Kritisches Feedback habe es noch gar keines gegeben. Dies, obschon Engler ganz bewusst etwas Freches machen wollte. Langweilige Werbungen gibt es schliesslich genug.

Die Idee, mit King Roger zu werben, stammt allerdings nicht vom Hotelchef selbst. Dahinter steckt die Kommunikationsagentur Ferris Bühler aus Baden. «Wir hatten schon länger vor, eine Anhängerwerbung auszuprobieren», sagt Elisabeth Zirk, welche die Werbung verantwortet.

Als dann Roger Federer wegen seines Rücktritts den Schweizer Blätterwald hoch- und runterlief, hat es bei der Kommunikationsagentur klick gemacht. «Wir versuchen jeweils, aktuelle Ereignisse in der Werbung zu nutzen», sagt Zirk von Ferris Bühler.

Rechtlich «alles roger»

Beim Tennisstar gestaltet sich Marketing aber kompliziert. Denn wer mit Roger Federer Kasse macht, muss für dessen Markenrechte erstmals selber zahlen. Darum mussten sich die Fachleute rechtlich absichern.

«Wir dürften nicht den vollen Namen verwenden, darum ist auch nur der Vorname genannt», erklärt Zirk. Hotelmanager Engler ergänzt: «Der volle Name wäre rechtlich heikel gewesen.»

Nun ist es laut Engler unverfänglich. «Da es ja wahrscheinlich in Rapperswil-Jona noch andere Rogers gibt, die ein Haus bauen.» Ob sich diese Rogers von der Werbung auch abgeholt fühlen?

(Fabio Wyss)

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