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Wegen Personalmangel

Primarschule Uster sucht mit Video «coole» Lehrpersonen

Überall im Kanton Zürich und der Region wird händeringend nach Lehrpersonen gesucht. An der Primarschule Uster geht man deshalb neue Wege, um interessierte Fachkräfte zu finden.

Erik
Hasselberg
Donnerstag, 02. Juni 2022, 15:43 Uhr Wegen Personalmangel

Die Vorbereitungen für das nächste Schuljahr laufen aktuell auf Hochtouren. Doch der Primarschule Uster fehlen zurzeit noch Lehrpersonen: Auf Beginn des Schuljahres 2022/23 sind in einigen Primarschulhäusern immer noch Stellen offen. Mit einem Videoclip laden nun die Schulkinder Nina und Matti «coole» Lehrerinnen und Lehrer ein, in Uster zu unterrichten.

Um Lehrpersonen auf Uster aufmerksam zu machen, hat die Primarschule Uster mit dem jungen ortsansässigen Grafik- und Designanbieter Gusmo.ch einen «frischen, emotionalen Videoclip» erstellt, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

«Wir möchten Lehrerinnen und Lehrer, die auf der Suche nach einer Stelle sind, auf uns aufmerksam machen und für uns gewinnen», wird Markus Zollinger, Leiter Abteilung Bildung und Gesamtschulleiter zitiert.

Ohne Lehrer bleibt es leer

Noch sind am Schulstandort Nänikon-Gschwader sechs Stellen offen, im Schulhaus Krämeracker werden zwei Klassenlehrpersonen 5. und 6. Klasse und eine Förderlehrperson gesucht, eine Vikariatsstelle ist ebenfalls zu vergeben.

Die Primarschule Uster gehört mit gut 3000 Schul- und Kindergartenkindern sowie rund 550 Mitarbeitenden zu den grössten Volksschulen im Kanton Zürich. Das Stellenportal für Bewerbungen findet sich unter www.primarschule-uster.ch/stellenprimarschule.


Der Video Clip zeigt, dass die Schule ohne Lehrerinnen und Lehrer ein leerer, verlassener Raum bleibt. Schülerin Nina bringt es auf den Punkt: «Ich bruche dich für mini gueti Zuekunft.» Und Matti doppelt nach: «Bisch du cool – dänn chum uf Uschter – mer froid eus uf cooli Lehrer und Lehrerinnen».

Der Videoclip wird auch auf Social Media und den Stellenportalen der Pädagogischen Hochschulen zu sehen sein.

Thoma mit dringlicher Interpellation 

Im Zusammenhang mit dem Lehrpersonenmangel hat auch die Ustermer Kantonsrätin Karin Fehr Thoma (Grüne) eine dringliche Interpellation beim Regierungsrat eingereicht. In dieser bitten Thoma und ihre Mitunterzeichnenden den Zürcher Regierungsrat Fragen um einen möglichen Intensivkurs «Read for Teaching 2022» zu beantworten.

Ein solcher wird bereits im Kanton Schaffhausen zwecks Sicherstellung der Unterrichtsqualität angeboten. Unausgebildete Lehrkräfte, die nicht über die erforderliche Zulassung verfügen und aufgrund des Lehrermangels vor Schulklassen stehen werden, sollen in dem Kurs der PH vor Stellenantritt mit dem Schulwesen und den Grundlagen eines guten und gelingenden Unterrichts vertraut werden. 

Vom Regierungsrat wollen Thoma, Carmen Marty Fässler (SP, Adliswil), Judith Stofer (AL, Zürich) und der Pfäffiker Hanspeter Hugentobler (EVP) wissen, ob im Kanton Zürich ein vergleichbares Angebot geschaffen wird, wer dieses anbietet und ob die Bildungsdirektion bereit wäre, die Kosten zu übernehmen. 

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