×
Busfahrer missachtet Vortrittsrecht

Fragwürdige Reaktion der VBG zu Vorfall in Effretikon

An einem Fussgängerstreifen in Effretikon ignorierte ein Buschauffeur kürzlich das Vortrittsrecht zweier Passanten. Doch anstatt sich zu entschuldigen, kam es zum Streit.

Redaktion
Tamedia
Dienstag, 23. November 2021, 10:55 Uhr Busfahrer missachtet Vortrittsrecht

Wie die Zeitung «20 Minuten» berichtete, wollte kürzlich ein Mann zusammen mit seinem dreijährigen Sohn einen Zebrastreifen in Effretikon überqueren. «Vorbildlich blieben wir stehen und warteten, bis der Bus anhält und wir sicher über die Strasse können», erzählt er. Doch anstatt zu verlangsamen, sei der Bus im gleichen Tempo weitergefahren. Der Bus sei erst kurz nach dem Fussgängerstreifen zum Stillstand gekommen.

Doch anstelle einer Entschuldigung folgte laut dem Mann ein Streit. «Als ich ihn fragte, ob er uns denn nicht gesehen hätte, meinte er frech: Haben Sie denn nicht gesehen, wie schnell ich unterwegs bin? Mit über 30 Passagieren an Bord kann ich bei dieser Geschwindigkeit doch nicht einfach bremsen.» Auf die Frage, ob vorausschauendes Fahren bei ihm kein Thema sei, habe ihm der Chauffeur den Mittelfinger gezeigt und sei weitergefahren. 

«Ich habe mich beim zuständigen Transportunternehmen beschwert und kurz darauf eine fragwürdige Rückmeldung erhalten.» In dem Schreiben, das «20 Minuten» vorliegt, heisst es unter anderem: «Uns ist bewusst, dass das Gesetz dem Fussgänger den Vortritt gibt, jedoch möchten wir Sie bitten, nächstes Mal einen Schritt zurück zu treten und dem Bus den Vortritt zu geben.» Der Grund sei, dass es ökologisch keinen Sinn mache, dass ein 18 Tonnen schweres Gefährt für einen einzelnen Fussgänger abbremsen muss. 

Transportunternehmen zieht Aussagen zurück

Bei den Verkehrsbetrieben Glattal (VBG) kann man zu den genauen Vorkommnissen keine Stellung nehmen. Die faktische Sachlage aufgrund des Strassenverkehrsgesetzes sei aber klar: «Wartende Fussgänger haben am Fussgängerstreifen Vortritt und dieser muss ihnen gewährt werden», sagt Sprecher Tino Kunz. 

Natürlich sei auch der Umweltschutz ein wichtiges Anliegen. Allerdings dürfe die Sicherheit dabei nicht beeinträchtigt werden, und die geltenden Rechtsnormen müssen eingehalten werden. Die ursprünglich gemachten Aussagen hat das betroffene Transportunternehmen laut Kunz in der Zwischenzeit zurückgezogen.

(Alina Müller)

Kommentar schreiben