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Sünder auf vier Pfoten

Kanton gegen Kastrationspflicht für Katzen

Nimmt die Zahl streunender Vierbeiner im Kanton zu oder nimmt sie gar ab? Letzteres glaubt der Regierungsrat und sieht deshalb keinen Grund zu handeln.

Agentur
sda
Montag, 27. September 2021, 11:10 Uhr Sünder auf vier Pfoten
Katzen dürfen im Kanton Zürich wohl weiterhin unkastriert und ohne Chip draussen herumtigern.
Foto: Keystone (Symboöbild)

Der Zürcher Regierungsrat will weder eine Kastrations- noch eine Chip-Pflicht für Freigängerkatzen. Die GLP hat diese Massnahmen in einem Postulat vorgeschlagen, um die Population verwilderter Katzen zu verringern und die Biodiversität zu schützen.

In der Schweiz seien 100'000 bis 300'000 Katzen verwildert oder streunend. Unkastrierte streunende Tiere sorgten mit Freigängerkatzen für immer mehr Nachwuchs. Der Anstieg verwilderter Katzen führe zu viel Leid, etwa durch Unterernährung, Krankheit oder Revierkämpfe.

Dazu bedrohe die Katzenpopulation die Biodiversität, weil sie Reptilien, Amphibien und Vögel jage. Die GLP zitierten in ihrem Vorstoss eine französische Studie, gemäss der Katzen für bis zu einem Viertel der Mortalität bei Vögeln verantwortlich seien.

Chip wäre faktisch eine Meldepflicht

Der Regierungsrat hält jedoch nichts von den vorgeschlagenen Pflichten: Eine Chip-Pflicht würde auf eine faktischen Meldepflicht für Hauskatzen hinauslaufen, hält er in seiner Antwort fest.

Viele Katzen-Halterinnen und -Halter würden sich bereits heute freiwillig dazu entscheiden, ihre Tiere zu kastrieren und zu chippen. Aufgrund der Meldungen, die beim Veterinärsamt eingehen, schätzt der Regierungsrat zudem, dass die Zahl streunender Katzen im Kanton gar abnimmt.

Fraglich sei auch, ob jagende Katzen in der Schweiz tatsächlich ein Problem für andere Tierbestände darstellten. Dazu fehlten verlässliche Daten.

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