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Konsum in der Schweiz

Zur Feier des Tages weniger Alkohol

20 Prozent der Schweizer trinken regelmässig zu viel oder rauschhaft Alkohol. An den Folgen erhöhten Alkoholkonsums sterben in der Schweiz, statistisch betrachtet, täglich vier Menschen. Zahlen und Fakten.

Redaktion
Züriost
Dienstag, 31. Dezember 2019, 19:47 Uhr Konsum in der Schweiz

An Silvester ohne Alkohol anzustossen, ist kaum vorstellbar. Das tun in der Schweiz auch nur wenige. Eine kleine Minderheit der Männer und Frauen über 15Jahre bezeichnet sich als Abstinenzler. Alle anderen trinken Wein, Bier, Schnaps, Sekt oder Cocktails auf Feiern, ab und zu oder häufiger.

«Alkoholtrinken ist in unserer Kultur tief verankert», sagt Petra Baeriswyl vom Bundesamt für Gesundheit. Die Politik spiegelt das wider. Der Alkoholkonsum ist hierzulande liberal geregelt. So liegen die Mengen an Bier, Wein und Hochprozentigem, die Herr und Frau Schweizer zu sich nehmen, im oberen Mittelfeld im Vergleich zu Europa.

Jede fünfte Person ab 15 Jahren zeige hierzulande ein problematisches Trinkverhalten, sagt Baeriswyl. Das heisst, die betroffenen Frauen trinken täglich mehr als ein Glas Wein, Bier oder Schnaps. Bei Männern gelten mehr als zwei Standardgläser täglich als kritisch. «Ich denke, dass fast jeder jemanden kennt, der zu viel Alkohol trinkt», sagt Baeriswyl. Hilfreich sei, Betroffene darauf hinzuweisen. Tipps, wie man ein solches Gespräch führen kann, geben Beratungsstellen.

Gefährliches Rauschtrinken

Regelmässiges Trinken kann zu Abhängigkeit führen. Das heisst, wenn jemand schon am Morgen Alkohol trinkt, ständig daran denkt und die Sucht das Leben dominiert.

In der Schweiz sind etwa 250'000 Personen alkoholkrank. Der chronische Alkoholkonsum greift langfristig die Gesundheit an und  kann zum vorzeitigen Tod führen: Hauptursachen sind Krebs (29Prozent), Leberzirrhosen (20Prozent), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (19Prozent) und Verletzungen (18Prozent). Die WHO hat die Zahlen für das Jahr 2016 in Europa erhoben.

Unmittelbar gefährlicher ist das Rauschtrinken. Also, wenn Frauen mehr als vier Gläser trinken und Männer mehr als fünf. Die Verletzungsgefahr ist hoch, problematisch sind auch Folgen wie Black-outs und Risikoverhalten wie erhöhte Gewaltbereitschaft oder ungeschützter Geschlechtsverkehr.

Hinzu kommt, dass Alkohol in grossen Mengen Gift für jedes Körpergewebe ist, wie ein US-Team letztes Jahr in der Fachzeitschrift «Alcohol Research» schrieb. Unmittelbar betroffen ist das Magen-Darm-System. Auch andere Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse, Herz, Lunge werden angegriffen. Im Gehirn von jugendlichen Rauschtrinkern zeigten sich bleibende Veränderungen.

«Rausch ohne Reue gibt es nicht», schreibt das nationale Kompetenzzentrum Sucht Schweiz in einer Broschüre und gibt Tipps gegen den Kater: «Viel Mineralwasser trinken und sich an der frischen Luft bewegen.» Oder einfach: gemässigt trinken.

Weitere Informationen:

www.suchtschweiz.ch
www.infodrog.ch
www.alcohol-facts.ch

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