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Die letzte Bernerplatte

Berner-Verein Uster löst sich auf

Die letzte Bernerplatte

Am Samstagabend treffen sich «Heimwehberner» und Fans des Hauptstadtkantons im Stadthofsaal zum traditionellen «Bernerabe». Es wird der letzte sein – denn der Berner-Verein Uster löst sich auf.

Laura
Cassani
Dienstag, 22. Januar 2019, 07:20 Uhr Berner-Verein Uster löst sich auf

«Jetzt ist es halt das letzte Mal.» Heidi Bertschinger, Präsidentin des Berner-Vereins Uster, ist wehmütig. Es fühle sich «komisch» an, dass am 26. Januar der allerletzte «Bernerabe» im Stadthofsaal stattfinde, sagt sie.

Der Berner-Verein, der den Anlass organisiert, hat im Herbst seine Auflösung beschlossen: wegen Überalterung und weil die rund 50 aktiven und 100 passiven Mitglieder den grossen Aufwand von «Zibelemärit» und «Bernerabe» nicht mehr jedes Jahr stemmen mochten. Der Berner-Verein Uster wurde vor 79 Jahren von «Heimwehbernern» gegründet, in den letzten vierzig Jahren organisierten sie den beliebten Zibelemärit auf dem Stadthausplatz, seit 42 Jahren den volkstümlichen Bernerabe im Stadthofsaal.

«Jetzt ist es halt das letzte Mal.»

Heidi Bertschinger, Präsidentin des Berner Vereins

Vereine seien nicht mehr zeitgemäss, lautete nach dem Auflösungs-Entscheid das ernüchterte Fazit von Präsidentin Bertschinger, die seit 16 Jahren im Oberland lebt. Nur die Volkstanzgruppe – und bei genügend Interesse vielleicht auch die Theatergruppe – werden in einem neuen Verein weiterbestehen.

Tanz, Chor und Theater

Volkstänzerinnen, Schauspieler und die Kindertanzgruppe sollen am nächsten Samstagabend im Stadthofsaal Akzente setzen. Ihr persönliches Highlight sei «das Gesamte», sagt Bertschinger. «Das Zusammenspiel von Tanz, Gast-Chor und Theater.» Sie selbst ist Mitglied in der Theatergruppe des Berner-Vereins, die das komödiantische Stück «Und dann kam Dolly» vorführt. Weil der Chor des Berner-Vereins bereits nicht mehr existiert, musste man ausserhalb Usters nach einer musikalischen Begleitung für den Abend suchen.

«Keiner der angefragten Chöre aus Bern konnte es sich einrichten.»

Heidi Bertschinger, Präsidentin des Berner-Vereins Uster

«Wir hätten gerne einen Berner Chor gehabt», sagt Bertschinger. Man wollte Gäste aus der alten Heimat einladen – als gebührender Abschluss der Vereinsgeschichte sozusagen. «Doch keiner der angefragten Chöre aus Bern konnte es sich einrichten», so die Vereinspräsidentin. Für nur sechs Lieder sei ihnen der Weg von Bern nach Uster zu weit gewesen. Deshalb kommen nun die «Jodelfreunde Echo vom Hornet» – aus Gossau im Oberland.

Zum letzten Mal ein voller Saal

Am letzten Abend erwarten die Organisatoren noch einmal einen vollen Saal. Von 400 bis 450 Gästen geht die Präsidentin aus, weil es die letzte Chance ist, an einem Bernerabend dabei zu sein. «Alles ist das letzte Mal», sagt Bertschinger. Das letzte Mal Bären-Fähnli auf den Holztischen im Stadthofsaal, das letzte Mal Tanz bis in die Nacht.

Und auch das letzte Mal Bernerplatte und «Merängge», die vor dem Unterhaltungsprogramm serviert werden. Diese typischen Gerichte aus dem Hauptstadt-Kanton gibt es in Zukunft ohne Berner-Verein wohl nur noch selten in der Stadt Uster.

Der «Bernerabe» findet am 26. Januar statt. Türöffnung ist um 18 Uhr, das Unterhaltungsprogramm beginnt um 19.30 Uhr. Wer essen wolle, solle möglichst früh eintreffen. Anmeldungen werden unter www.bvu.ch oder 076 269 68 14 entgegengenommen.

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