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Gehbehinderte Mutter sucht Nanny – Gemeinde soll sich beteiligen

Eine gehbehinderte Mutter aus Greifensee sucht eine Nanny, damit sie ihr Kind daheim erziehen kann. Das geht ins Geld. Die Eltern kritisieren, dass die finanzielle Hilfeleistung der Behörden zu klein sei.

Samstag, 26. Dezember 2015, 09:28 Uhr

Sascha und Alexandra Gessner aus Greifensee brauchen eine Betreuerin, damit ihre 19 Monate alte Tochter zu Hause bleiben kann. Aufgrund ihrer Gehbehinderung ist die Mutter nicht in der Lage, ihre Tochter hochzuheben oder ihr hinterherzurennen. «Ich brauche dringend jemanden, der mir dabei hilft», sagt die 39-Jährige gegenüber «20 Minuten». Sie hätte trotz ihrer körperlichen Behinderung ein Recht darauf, ihr Kind selbst zu erziehen, sagt die Mutter. Da es für die Eltern nicht in Frage kommt, ihre Tochter vorübergehend in eine Pflegefamilie oder eine Kinderkrippe unterzubringen, sind sie gezwungen, eine Nanny zu suchen. Doch unter den bisherigen Bewerberinnen konnte keine gefunden werden, die den Anforderungen entsprach und sich auf den Mindestlohn einliess. Die Suche belastet das Budget der Familie stark. Gemeinde würde Krippenkosten übernehmen Die Gemeinde Greifensee verweist auf Anfrage von «20 Minuten» auf die Sozialversicherungsanstalt. Diese könne eine Hilflosenentschädigung und allenfalls einen Assistenzbeitrag auszahlen. Falls dies nicht ausreiche, könne bei der Gemeinde eine Ergänzungsleistung beantragt werden, die aber vor allem die Lebenskosten decke. Wird dieser Betrag von den Betroffenen als zu gering eingeschätzt, könnte in einem rechtlichen Verfahren Einspruch dagegen erhoben werden. Daniela Aloisi, Sprecherin der Sozialversicherungsanstalt, versichert, dass die IV den Spielraum im Fall der Familie Gessner ausnutzt. Sie weist zudem darauf hin, dass die Gemeinde Greifensee in einem Gespräch mit der IV und den Eltern signalisiert habe, die Krippenkosten für einen oder zwei Halbtage zu übernehmen. Dadurch sollen das Familienbudget und die Mutter entlastet werden. «Der gesetzliche Rahmen ist gegeben, und darin wird die Familie bestmöglich unterstützt und beraten.» Foundraising-Website aufgeschaltet Die Eltern erzählen, sie würden seit anderthalb Jahren darum kämpfen, eine passende Betreuung für ihre Tochter finanziert zu bekommen. Das Paar führt in «20 Minuten» aus, dass die Stiftung Hilfe für das Kind, das Rote Kreuz oder Pro Infirmis vergebens um Unterstützung gebeten worden seien. Ausserdem wurde eine Foundraising-Website aufgeschaltet. «Die Hilfeleistung von den Behörden ist viel zu klein», sagt der 41-jährige Vater, der in der Versicherungsbranche arbeitet.

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