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Geburtstage sind überbewertet

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Geburtstage sind überbewertet

Geburtstage sind ja eine schöne Sache. Wer hat schon etwas gegen Kuchen und Geschenke? Aber wer etwas genauer darüber nachdenkt, merkt: Es ist es eine ziemlich seltsame Tradition.

Mittwoch, 21. Februar 2018, 14:30 Uhr Klartext
Symbolbild Geburtstag von pixelio.de
Die Zahl der Kerzen spielt keine Rolle. Geburtstage sind sowieso überbewertet. (Bild: Claudia Hautumm/pixelio.de)

Heute ist mein Geburtstag. Vor genau 33 Jahren bin ich im Spital Biel zur Welt gekommen. Eine seltsame Vorstellung. Mit dem Baby, das ich damals war, habe ich heute so gut wie nichts mehr gemein. Meine frühen Erinnerungen könnten ebenso gut zu einem anderen Leben gehören. Seither hat sich viel verändert. Als Kind waren Geburtstage für mich ein wichtiger Fixpunkt im Jahr. Inzwischen muss ich aufpassen, dass ich sie nicht vergesse. Nicht weil ich den Gedanken daran verdränge – ich habe kein Problem mit dem Älterwerden – sondern weil es mir einfach egal ist. Als ich gestern überlegte, was ich hier schreiben soll, kam mir das Thema erst nach einer Weile  in den Sinn. 

Für meine Eltern hat dieser Tag wohl eine weitaus grössere Bedeutung. Mit der Geburt ihres ersten Kindes hat sich ihr Leben radikal verändert. Für mich hingegen sind meine Geburtstage belanglos. Wenn man darüber nachdenkt, ist die Idee dahinter auch ziemlich abstrakt. Warum zählen wir ausgerechnet Sonnenumkreisungen? Man könnte ebenso gut Vollmonde oder Sonnenaufgänge zählen. Würden wir unser Alter in Tagen berechnen, wäre heute mein 12’053. Geburtstag. Nichts besonderes also. Ausser man feiert eine spezielle Zahl. Vor fünf Jahren habe ich das getan und eine 10’000-Tage-Party organisiert. Das fanden alle lustig. Und ich als Februarkind konnte für einmal im Juli Geburtstag feiern. 

Das Geburts-Jubiläum zu feiern, ist ebenfalls ziemlich beliebig. Schliesslich beginnt das Leben schon viel früher. Wir könnten es auch machen wie die Koreaner. In deren Kultur wird ab der Zeugung gezählt. Da dieser Zeitpunkt aber schwer feststellbar ist, nehmen sie es nicht so genau. Koreanische Kinder gelten bei der Geburt einfach schon als Einjährige.

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