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Besuch auf dem Wochenmarkt Uster

«In den grossen Läden ist alles in so viel Plastik eingepackt – hier nicht»

Der Ustermer Wochenmarkt erfreut sich nach wie vor grosser Beliebtheit. Die Marktgängerinnen und Marktgänger schätzen den direkten Kontakt zu den Verkäufern und die familiäre Atmosphäre.

Lea
Chiapolini
Montag, 12. September 2022, 08:00 Uhr Besuch auf dem Wochenmarkt Uster

(Video: Paulo Pereira)

Jeweils am Freitagmorgen verwandeln sich die Ustermer Post- und die Gerichtsstrasse in einen Markt. Doch nicht nur viele Verkäufer stehen hier seit Jahrzehnten bei Wind und Wetter bereit, auch die Marktgänger sind zu einem grossen Teil Stammkunden.

Fisch, Gemüse, Brot und Käse – so sieht der Einkaufszettel von Urs Dreschermeier aus, den er «seit gefühlten hundert Jahren» regelmässig hier abarbeitet. Denn manche Produkte bekomme man nur hier. «Und es gibt sensationellen Fisch!»

Bis im August 2020 fand der traditionelle Markt, auf dem es neben Gemüse, Fisch und Backwaren unter anderem auch Blumen, Fleisch, Eingemachtes, Ravioli oder griechische Spezialitäten gibt, jeweils direkt vor dem Stadthausplatz statt. Dann wurde gezügelt, um im Zuge der Covid-19-Schutzmassnahmen mehr Platz zwischen den Ständen zu schaffen. Zuerst als vorübergehende Verschiebung geplant, wurde der neue Standort mittlerweile definitiv festgesetzt.

Plastikfrei als Vorteil

Elisabeth Huber hat gerade ihr Gemüse eingepackt. Sie kommt am liebsten früh am Morgen zum Einkaufen. «Weil es dann noch schön ruhig und friedlich ist.» Der Regen, der heute ebenfalls Gast am Markt ist, sei für sie nicht so schlimm. «Ich arbeite auch in einem Garten, da gehört Regen dazu.» Auch dazu gehöre der eine oder andere Schwatz mit den anderen Marktgängern und den Verkäufern.

Immer dabei ist auch die Ustermerin Rita Wybo. «Ich gebe viel Geld für Lebensmittel aus», gibt sie zu. «Aber Essen macht schliesslich glücklich!» Für sie ist das Hauptargument für einen Wocheneinkauf auf dem Markt das Thema Verpackung. «In den grossen Läden ist alles immer in so viel Plastik eingepackt – hier nicht.» Vieles erhalte man im Offenverkauf und werde nur gerade in ein Papier eingeschlagen.

Rita Wybo schätzt den Offenverkauf auf dem Markt... Rita Wybo schätzt den Offenverkauf auf dem Markt... ... und Monika Stucki den Austausch mit den Verkäufern. (Fotos: Lea Chiapolini) ... und Monika Stucki den Austausch mit den Verkäufern. (Fotos: Lea Chiapolini)

Aber nicht nur Ustermer sind am Markt anzutreffen. Monika Stucki kommt «wenns irgendwie geht» jede Woche aus Bertschikon vorbei. «Abgesehen von Windeln und Reis finde ich hier eigentlich alles.» Sie schätze vor allem, dass man hier direkt im Gespräch mit den Verkäufern ist. «Ich kann genau fragen, woher die Produkte kommen und erhalte Antwort.»

Dass Einkaufen auf dem Markt eine sinnvolle Sache sei, wolle sie auch ihren Kindern weitergeben. Eigentlich kommt sie jeweils mit dem Velo zum Markt, der Sohn reist im Anhänger mit. Dieses Mal sind die beiden aufgrund des Wetters jedoch auf den Bus ausgewichen.  

Sport und Einkauf verbinden

This Meier hat den Regen abgewartet, um mit seinem Velo den Weg von Hinwil nach Uster anzupacken – eine Strecke, die er in Zukunft regelmässig bewältigen will. «Ich bin heute erst zum zweiten Mal hier am Wochenmarkt, will jetzt aber öfter hier einkaufen.»

Mit Helm auf dem Kopf und Velo an der Seite geht er von Marktstand zu Marktstand. Er arbeite am Freitag neuerdings nicht mehr und habe nach etwas gesucht, wobei er in dieser neuen Freizeit Sport mit sinnvollem Einkaufen verbinden kann. «Und hier regionale Produzenten unterstützen zu können, ist doch toll.»

This Meier wird in Zukunft immer wieder am Markt anzutreffen sein. (Foto: Lea Chiapolini)

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