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Ein Deutscher mit französischen Genen

Opel Grandland X

Ein Deutscher mit französischen Genen

Mit dem Grandland X erweitert Opel sein SUV-Programm um ein weiteres Fahrzeug. Aufgebaut auf einer französischen Plattform, bleibt er erstaunlich eigen­ständig. Der Grandland X macht rundum eine gute Falle und bietet eine echte ­Alternative zu anderen Herstellern.

Gerold
Schmid
Montag, 30. April 2018, 10:17 Uhr Opel Grandland X

Der Opel Grandland X ist nach dem Crossland X das zweite Auto, das Opel in Zusammenarbeit mit dem französischen PSA-Konzern auf den Markt bringt. Der Grandland X ist auf der gleichen Plattform aufgebaut wie der Peugeot 3008 und der DS7 Crossback.

Französische Gene kaum wahrnehmbar

Obwohl der Grandland X französische Gene in sich trägt, sind diese kaum wahrnehmbar. Angefangen bei den Rundinstrumenten – die überhaupt keine Ähnlichkeit mit den «fledermausohrentypischen» Instrumenten von Peugeot haben – bis hin zum Concierge-Service OnStar kommt alles eigenständig daher. Einzig der Drehknopf auf der Mittelkonsole, mit dem fünf Fahrmodi gewählt werden können, erinnert an PSA. Opel nennt es Intelligrip, Peugeot Gripcontrol.

Vornehm elegante Linien

Die Linien des Grandland X wirken vornehm elegant. Die von hinten nach vorne leicht heruntergezogenen seitlichen Sicken unterstreichen diese Eleganz. Und die Dachpartie hinten wirkt coupéhaft. Alles in allem ein nach meinem Empfinden schön designter Wagen.

Im Vergleich ein «Leichtgewicht»

Grandland X tönt nach gross und viel Platz. Mit seinen 4,477 Metern Länge fällt er in die Kategorie Kompakt-SUV. SUV muss nicht heissen: schwer, gross und durstig – das zeigte Opel schon beim Mokka. Der Grandland X ist beispielsweise leichter und kürzer und nur gerade einen Zentimeter breiter als ein VW Passat. Ein Grund, weshalb der 1,6-Liter-Diesel mit «nur» 88 kW (120 PS) völlig ausreicht und dem Grandland X in jeder getesteten Situation den nötigen Vortrieb gibt.
Viel Platz gibt es in der Fahrgastzelle. Der Fahrersitz ist äusserst bequem. Es ist ein ­Ergonomiesitz mit Gütesiegel. Auch im Fond ist für grössere Menschen ausreichend Platz vorhanden. Die Materialien und die Verarbeitung lassen sich sehen. Und das Gepäckraumvolumen mit 520 Litern (ohne umgeklappte Rücksitze) fasst doch einiges an Zuladung.

Lounge-Ambiente im Fond

Gut gedämpft ist der Innenraum. Fahr- und Motorengeräusche sind sehr leise. Was im Fond ins Auge fällt, sind die beiden kleinen knuffigen Fenster hinter der C-Säule. Sie verleihen dem Fond ein spezielles Ambiente. Wird dann noch die Mittellehne mit den integrierten Tassen- oder Flaschenhaltern heruntergeklappt, erweckt es den Eindruck einer bequemen Lounge. Bei heruntergeklappter Mittellehne kann bei Bedarf eine Durchreiche zum Laderaum geöffnet werden, um längere Gegenstände wie etwa Ski zu transportieren.
Die Heckklappe kann mit einem Fusskick geöffnet oder geschlossen werden. Die Rücksitze können bei geöffneter Heckklappe mit seitlich angebrachten Zughebeln heruntergeklappt werden.

Umfangreiche Assistenten

Punkten kann der Grandland X in der gefahrenen Ausführung Excellence mit seinem Navi, dem Multimediasystem und den Fahrassistenten wie Park-Pilot vorne und hinten, Frontkamera mit Frontkollisionswarner, Notfallbremsassistent, aktivem Spurhalteassistenten, adaptivem Fahrlicht und adaptivem Geschwindigkeitsregler mit Stoppfunktion. Zudem können entsprechend ausgerüstete Smartphones induktiv geladen werden und über Apple Carplay oder Android Auto mit dem System verbunden werden. Und nicht zu vergessen der Opel-OnStar-Concierge-Service.

Ruckfreies Fahren

Das Fahren mit diesem Wagen ist ein Genuss. Das Fahrwerk ist so abgestimmt, dass sich der Wagen bei Unebenheiten nicht aufschaukelt oder auf Dauernicken macht.
Besonders aufgefallen ist bei der Bergfahrt, wie gut das Getriebe und der Motor aufeinander abgestimmt sind. Das Schalten erfolgte immer unauffällig und ruckfrei.
Die Motorenleistung war je­derzeit ausreichend. Und: Der Grandland X gehört zu jener ­Kategorie Fahrzeuge, die zum stressfreien Cruisen einladen. Zu steuern ist er angenehm leicht, nimmt Kurven souverän.

Intelligrip statt 4x4

Als 4x4 ist das Fahrzeug nicht vorgesehen. Dafür ist der Grandland X mit dem PSA-eigenen Gripcontrol, das bei Opel Intelligrip heisst, ausgerüstet. Elek­tronisch wird die Traktion auf entsprechendem Untergrund angepasst. Der Vorteil von Intelligrip ist, dass dadurch Gewicht eingespart werden kann, weil ein Allrad wegfällt. Und, so ergaben Tests, Intelligrip reicht in den meisten Situation aus, die Traktion nicht zu verlieren.

Fazit: Kompakt und doch viel Raum, ansprechendes Design und umfangreiche Assistenzsysteme machen den Grandland X zu einer guten Alter­native zu Konkurrenzmodellen, die teils wesentlich teurer sind.
Die Preisgestaltung ist interessant. Das Einsteigermodell mit einem Dreizylinder-1,2-Liter-Benziner gibt es ab 26’800 Franken. Das teuerste Modell, ein Vierzylinder-2-Liter-Diesel, kostet 45’600 Franken. Dazwischen abgestufte Preise, je nach Ausführung (Basis, Enjoy, Excellence und Ultimate), mit manuellem oder Automatik­getriebe. Bei der Motorisierung gibt es einen Benzinmotor und zwei Dieselmotoren zur Auswahl.
Wer weiss, vielleicht wiederholt der Grandland X die Erfolgsgeschichte des Opel Mokka? Das Potenzial dazu hat er.

Technische Daten Opel Grandland X, Excellence

  • Treibstoff: Diesel
  • Hubraum: 1560 cm3
  • Leistung: 88 kW/120 PS
  • Drehmoment: 300 Nm
  • Getriebe: 6-Stufen-Automatik
  • Gewicht: 1433 kg
  • Normverbrauch: 4,6 l/100 km
  • Testverbrauch: 6,0 l/100 km
  • Abgasnorm: Euro 6
  • CO2-Emissionen: 118 g/km
  • Energieeffizienzklasse: C
  • Grundpreis: 40’600 Fr.
  • Basismodell: ab 26’800 Fr.

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