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Durchbruch bei Herstellung von e-benzin

Audi e-fuels-Technologie

Durchbruch bei Herstellung von e-benzin

Beim synthetischen Audi e-benzin haben die Ingolstädter ein wichtiges Zwischenziel erreicht. Erstmals haben sie gemeinsam mit ihren Entwicklungspartnern eine für erste Motorentests ausreichende Menge des regenerativ erzeugten Kraftstoffs hergestellt.

Gerold
Schmid
Freitag, 09. März 2018, 13:57 Uhr Audi e-fuels-Technologie
Audi geht für die Produktion von e-fuel eine strategische Partnerschaft mit Global Bioenergies ein. (Foto: Fraunhofer)

In Zusammenarbeit mit der Global Bioenergies S.A. in Leuna (Sachsen-Anhalt) entstand die grösste jemals hergestellte Menge an Audi e-benzin, eine Menge von 60 Litern. «Der neue Kraftstoff hat – wie alle Audi e-fuels – viele Vorteile. Er ist unabhängig von Erdöl, kompatibel zur vorhandenen Infrastruktur und bietet die Perspektive eines geschlossenen Kohlenstoffkreislaufs», sagt Reiner Mangold, Leiter Nachhaltige Produktentwicklung von Audi.

Besonders schadstoffarme Verbrennung

Beim Audi e-benzin handelt es sich im Wesentlichen um flüssiges Isooktan. Derzeit entsteht es in zwei Verfahrensschritten aus Biomasse. Im ersten Schritt produziert Global Bioenergies in einer Demonstrationsanlage gasförmiges Isobuten (C4H8). Das Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) in Leuna wandelt es im zweiten Schritt mithilfe von zusätzlichem Wasserstoff in Isooktan (C8H18) um. Dieses ist schwefel- und benzolfrei und verbrennt deshalb besonders schadstoffarm.
Die Audi-Ingenieure untersuchen den regenerativen Treibstoff jetzt im Testmotor auf sein Verbrennungs- und Emissionsverhalten. Als hochreiner synthetischer Kraftstoff mit sehr guter Klopffestigkeit bietet Audi e-benzin die Möglichkeit, Motoren höher zu verdichten und damit die Effizienz weiter zu steigern. Mittelfristig wollen die Projektpartner den Herstellungsprozess so modifizieren, dass er ohne Biomasse auskommt – dann sollen regenerativ hergestellter Wasserstoff und CO2 als Ausgangsstoffe genügen.
Schon jetzt bieten die alternativen Kraftstoffe von Audi grosses Potenzial für nachhaltige Mobilität und helfen, die CO2-Emissionen von Verbrennungsmotoren zum Beispiel bei den g-tron-Modellen um bis zu 80 Prozent zu reduzieren.

e-gas bereits seit 2013

Für Audi sind die e-fuels mehr als ein Forschungsgegenstand in Labors. Seit 2013 bietet der Hersteller das erneuerbare Audi e-gas auf dem Markt an. Es stammt unter anderem aus der eigenen Power-to-Gas-Anlage in Werlte (Emsland). Kunden tanken ihr Audi g-tron-Modell an jeder beliebigen CNG-Tankstelle und bezahlen dafür den regulären Preis. Audi sichert die grüne Eigenschaft und damit die entsprechende CO2-Reduktion, indem das Unternehmen die berechnete Menge in Form von Audi e-gas wieder ins Erdgasnetz einspeist.

Pilotanlage für e-diesel im Kanton Aargau geplant

Zum Portfolio der Audi e-fuels gehört auch Audi e-diesel. In Dresden hat der Audi-Kooperationspartner Sunfire von Ende 2014 bis Oktober 2016 dafür eine Pilotanlage betrieben. Wie in Werlte lieferte Ökostrom die Energie, als Rohstoffe dienten auch dort Wasser und CO2. Das Endprodukt war das sogenannte Blue Crude, das sich zu Audi e-diesel veredeln liess.
Aktuell plant Audi Produktionskapazitäten in Laufenburg im Kanton Aargau. Zusammen mit den Partnern Ineratec GmbH und Energiedienst Holding AG sollen in einer neuen Pilotanlage jährlich rund 400'000 Liter Audi e-diesel entstehen. Die dafür notwendige Energie liefert erstmals ausschliesslich Wasserkraft. (Quelle: Audi)

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