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Peperoni-Füdli und Gefühle, die wie Geschlechtskrankheiten tönen

Züriost-Blog

Peperoni-Füdli und Gefühle, die wie Geschlechtskrankheiten tönen

Lea
Chiapolini
Mittwoch, 26. Februar 2020, 10:07 Uhr Züriost-Blog

Haben Sie sich die Unterseite einer Peperoni schon einmal genauer angeschaut? Da gibt es solche mit drei und solche mit vier «Füdlibacken». Gewisse Leute behaupten: Männliche haben drei, weibliche vier solche Knubbels. Zudem stecken in den Weibchen viel mehr Samen, auch sind sie süsser und dadurch perfekt für den Verzehr als Rohkost. Männliche Peperoni eignen sich dafür besser zum Kochen.

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Oder auch nicht. Wer genug lange googelt, merkt schnell, dass diese vermeintliche Unterscheidung kompletter Schwachsinn ist. Ein weiteres Beispiel für an den Haaren herbeigezogene «Fakten» ist die #broomchallenge, die Anfang Februar im Internet kursierte. Angeblich soll jeweils am 10. Februar die Erde aufgrund einer besonderen Konstellation eine ideale Anziehungskraft haben, sodass Besen aufrecht stehen bleiben, wenn man sie loslässt. Die äusserst zuverlässige Quelle: National Aeronautics and Space Administration – kurz Nasa.

Oder auch nicht. Wer einen passenden Besen hat und diesen gut ausbalanciert, schafft das jeden Tag. Nix da Nasa.

Und doch – irgendwie wünschte ich mir manchmal, solche Fake News seien wahr. Es gibt einfach allzu viele fiktive Dinge, die es geben sollte. Oder Informationen, bei denen es schlichtweg sehr, sehr lustig wäre, wenn sie real wären. Oder Begriffe, die es endlich bräuchte auf dieser Welt.

Zum Beispiel die Nonversation – ein richtig sinnloses Gespräch. Beerboarding – Informationen aus einem betrunkenen Menschen herauskitzeln. Und das Internest – der Ort, wo man sich an einem regnerischen Sonntag in ganz viele Decken einmümmelt, nur um dann stundenlang zu surfen oder Serien zu schauen.

Gleichzeitig stösst man ja doch des Öfteren auf Informationen, bei denen man schier nicht glauben kann, dass sie wahr sind. Bleiben wir noch ein bisschen bei den Begriffen. Atelophobie – die Angst, nicht zu genügen, unfähig zu sein. Alexithymie – Gefühlsblindheit. Oneirataxie – das Unvermögen, zwischen Realität und Fantasie unterscheiden zu können.

Gefühle, für die es tatsächlich einen Namen gibt, und die irgendwie alle ein wenig nach Geschlechtskrankheiten tönen. Trotzdem schön. Aber eben, wie schon Abraham Lincoln gesagt hat: Glaube nicht alles, was du im Internet liest. Also bleiben Sie wachsam. 

Lea Chiapolini will doch eigentlich gar nicht so viel. Nur ein schönes Leben, gutes Essen, viel zu lachen und ab und zu etwas zu motzen. Und natürlich immer Recht haben. Aber dies ist ihr erstes Leben. Sie übt noch.

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