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Bin ich schwanger?

Züriost-Blog

Bin ich schwanger?

Lea
Chiapolini
Mittwoch, 29. Januar 2020, 18:00 Uhr Züriost-Blog

«Nimmsch au es Glas Wii?» - «Nei danke. » - «Wiso nöd?» - «Ich mus no fahre. » - «Oder bisch schwanger?»

«Chunsch au is Restaurant go Zmittagässe?» - «Nei ha ke Lust hüt.» - «Bisch schwanger??»

«Ach ich ha schlächt gschlafe letzt Nacht. » - «Bisch schwanger???»

«Ich han…» - «Bisch schwanger?????»

Jede Frau hat wohl diesen Kollegen, der sich etwas zu sehr für ihre Gebärmutter interessiert. Ist ja auch irgendwie herzig. Da sorgt sich jemand so richtig fest um einen. Und wenn man sich daran gewöhnt hat, von dieser Person jeden zweiten Tag gefragt zu werden, ob man ein Kind erwartet, kann das auch zum Running Gag werden, der für beide Seiten lustig ist. Gäll Thomas.

Meist sind es aber nicht unbedingt die engsten Vertrauten, die uns Frauen mit diesen Fragen löchern. Wie wenn sie sich dadurch eigenständig in die informations-privilegierte Gruppe manövrieren wollten. Diese Taktik geht nie auf. Wer zum engen Kreis gehört, der erfährt die Neuigkeiten schon früh genug. Wer nicht dazu gehört, ebenso. Spätestens, wenn das Kind in die Schule kommt. Und wer zu welcher Sparte gehört, lässt sich durch wiederholtes Nerven höchstens zum Negativen beeinflussen.

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Irgendwann sag ich einfach Ja, wenn mich jemand fragt. Aus reinem Spass zu schauen, wie die Leute reagieren. Ich behaupte nämlich, die meisten Gwunderfitzens überlegen gar nicht, was zu tun ist, wenn die Frau den Verdacht tatsächlich bestätigt. Oder ich mache es wie meine Eltern. Sie warteten nach ihrer Hochzeit noch eine gute Weile mit der Produktion meiner Wenigkeit. Und nachdem das Umfeld mit der Frage nach Nachwuchs genug genervt hatte, begann mein Vater einfach zu erzählen, sie würden es ja verzweifelt versuchen, aber es wolle nicht klappen. Danach seien die Fragen blitzartig verstummt.

Diese Massnahme ist mir doch etwas zu drastisch. Lieber das Umfeld ein bitzli reinlegen. Das wäre gleich der ideale Moment für einen alkoholfreien Monat. Mal eine Weile schwanger auf Probe sein, nur um dann alle zu schockieren, wenn ich nach ein paar Wochen an einer Party einige Shots nach hinten kippe. Oder öfters mal gemütlich ausschlafen statt früh zur Arbeit gehen, weil ich ja sooo müde bin von der Produktion neuen Lebens. Wer kann da schon böse sein?

Und irgendwann sag ich dann Ja, wenn man mich fragt – und zwar im vollen Ernst. Nur wird es mir dann wohl niemand mehr glauben. Ausser vielleicht Thomas.

Lea Chiapolini will doch eigentlich gar nicht so viel. Nur ein schönes Leben, gutes Essen, viel zu lachen und ab und zu etwas zu motzen. Und natürlich immer Recht haben. Aber dies ist ihr erstes Leben. Sie übt noch.

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