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Der Spukonkel und die tote Frau in der Vase

Züriost-Blog

Der Spukonkel und die tote Frau in der Vase

Redaktion
Züriost
Sonntag, 26. Januar 2020, 10:00 Uhr Züriost-Blog

Ein Gespräch über den Tod. Mit meiner Tochter (3,5), und meinem Sohn (6,5).

Sohn: Mami. Bitte bis nöd bös, aber ich freu mi jetzt nöd grad uf die Beerdigung am Namittag.

Ich: Aso das verstahn ich. Niemer gaht gern a Beerdigunge, denn isch ja immer öpper gstorbe. Aber es isch mini Gotte und ich wett gern gah.

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Sohn: Scho klar.

Tochter: S Mami hett imfall gseit, dass d Gotte verbrennt worde isch, Silvan! Im Füür!

Sohn: Echt jetzt?

Ich: Ja, mer seit dem kremiere. Mer chan sich entweder kremiere laa und denn chunnt d Äsche ine Urne und die wird beerdiget. Oder mer leit de ganz Körper inen Sarg und tuet de id Erde. Wie bi euem Grossonkel letscht Jahr.

Sohn: Was passiert denn mitem Körper ide Erde?

Ich: Aso, öh... de löst sich irgendwie langsam uf. Bis uf d Chnoche, die blibed.

Tochter: Ui! Isch euse Onkel demfall es Skelett worde?

Sohn: Isch er jetzt villicht ide Geischterwelt??

Ich: Aso, äh, er isch ufen Art scho es Skelett. Aber spuke tuet er nöd, es git ja gar kei Geischterwelt...

Sohn: Bisch sicher? Chasch es bewiise? Chasch es usschlüsse, dass es nöd zum Bieschpiel hinder em Weltall e Geischterwelt git?

Ich: Ja aso… Nei. Mer chas nöd definitiv wüsse.

Sohn: Aha! Aso ich glaub, dass em Onkel sini Chnoche als Skelett ide Geischterwelt hinder em Weltall sind. Und sini Seel im Himmel wie d Chrischte glaubed. Det brucht er ja kei Chnoche meh?

Ich: Äh, nei, glaub nöd.

Tochter: Was isch e Urne?

Ich: Sone Art Vase. Zum d Äsche dri tue. Hett eifach en Deckel.

Tochter: Ui, denn isch dini Gotte jetzt inere Vase mit Deckel? Warum?

Ich: Aso damit mer sie i dere chan beerdige. Mer laat d Urne is Grab abe und...

Sohn: Halt! Wie? Wie lat mer sie abe?

Ich: Ah, technisch, meinsch? Glaub i some Netzli. Und je nach dem tuet mer denn no Blueme hine dri rüere und e bitz Erde und chli Weihwasser...

Sohn: Was isch Weih?

Ich: Äh, Weih isch nüt. Weihwasser heisst gweihts Wasser. Also dass es de Pfarrer gsegnet hett.

Sohn: Was isch segne genau?

Ich: Nachher isch es so wie... heilig.

Tochter: Isch es nachher giftigs Wasser?

Ich: Nei, es isch normals Wasser! Eifach gweiht.

Sohn: Demfall chamers trinke?

Ich: Nei! Ja nöd... aso es isch zwar nöd giftig, aber es... ghört sich eifach nöd. Bitte nöd nachher s Weihwasser trinke ufem Friedhof oder i de Kapelle! Usserdem langed det alli dri, das isch ja volle Bakterie...

Sohn: Aha! Also glich giftig.

Ich: Naja, so gseh...

Tochter: Wachsed denn die Blueme wo mer is Grab ineschüsst?

Ich: Nei, nei. Das isch nur... als schöni Geste. Die hend ja kei Wurzle meh, die chönd nüme wachse.

Sohn: Ah! Und d Chnoche au nöd, die hend ja au kei Wurzle! Mami, ich bi jetz gliich no gspannt uf die Beerdigung ...

Isabelle Maissen fragt nicht, ob sich Beruf und Familie vereinen lassen. Sie packt einfach alles ins Leben, was ihr wichtig scheint: Den abenteuerlichen Alltag mit zwei Schulkindern, einen Job, der jeden Tag anders daherkommt und viel Auslauf in Form von sportlicher Betätigung. Manchmal liegt auch etwas Schlaf drin. Der Ehemann «hilft» nicht im Haushalt, sondern erledigt genauso selbstverständlich seine Hälfte, wie sie ihre Hälfte zum Einkommen beiträgt. Die Ehe funktioniert trotzdem und die Kinder wirken soweit unbeschädigt.

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