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Züriost-Blog

Gratis Guacamole dank Superkräften

Talina
Steinmetz
Mittwoch, 22. Januar 2020, 12:00 Uhr Züriost-Blog

Manchmal ist die Realität ziemlich beschissen. Zum Beispiel, wenn das neue Auto kurze Zeit nach dem Kaufdatum bereits neue Bremsscheiben braucht. Wenn sich niemand bereit erklärt, beim Umzug zu helfen. Oder wenn der Lieferdienst am Tag nach Silvester das falsche Menü liefert.  

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Letzteres passierte, während diverse Superhelden-Filme über meinen Bildschirm flimmerten. Wonder Woman, Iron Man und Captain America hatten es mir angetan – und als ich da so sass und meinen inexistenten Nachos nachtrauerte, tauchte die eine Frage in meinem Kopf auf:

WARUM BIN ICH KEINE SUPERHELDIN?

Dann hätte ich all die oben erwähnte Probleme nicht.

Wonder Woman hat kein Auto, weil sie auf der Paradiesinsel Themyscira im Mittelmeer zu Hause ist. Dort reitet man auf weissen Pferden. Diese brauchen nur Futter, keine Bremsscheiben. Auch ist Wonder Woman nicht auf den Lieferdienst angewiesen, weil sie ihr Essen selber jagt. Oder pflückt.

Iron Man hat einen eisernen Anzug, mit dem er fliegen kann. Trägt er diesen gerade nicht, hat er die Garage voll mit teuren Autos – sind die Bremsen des Porsches im Arsch, nimmt er halt den Bentley. Oder kauft sich ein neues Fahrzeug. Oder greift auf den fliegenden Anzug zurück, um husch in die Migros zu flitzen. Ist ja auch ein bizzeli cooler, so mit Flammen an den Füssen. Und die Parkuhr wird hinfällig.

Blitzschnell durch die Lüfte jagen, bei strahlendem Sonnenschein – was gibt es besseres? Foto: Screenshot Instagram

Wäre ich eine Superheldin, hätte ich alles: Viele Autos, ein Pferd und einen eisernen Anzug, der fliegen kann. So wäre ich schon mal für die meisten Bösewichte – und Einkaufstouren –  gewappnet.

Ausserdem wäre ich stark, wie Captain America. Der braucht nämlich garantiert keine Hilfe, um umzuziehen. Mit Superkräften würde ich den Umzug auch alleine schaffen. Und meinen Freunden, wenn sie einmal umziehen, garantiert nicht helfen. Denn: Wer mich ohne Superkräfte nicht schätzt, hat mich mit ihnen nicht verdient. Imfall!

Eine meiner Schwächen würde ich zu meiner Waffe machen: pausenloses Quatschen. Als Superheldin würden meine Worte nicht nerven, sondern mein Gegenüber hypnotisieren. Zum Beispiel den Lieferanten meines Nach-Silvester-Menüs. Die Wirkung wäre so stark, dass er mir bis an mein Lebensende kostenlose Nachos offeriert. Mit frischer Guacamole. Und jahaaa, auch bei einem Angriff auf die Erde könnte ich den Übeltäter dann alleine mit Worten aufhalten. Weltfriedenundso.   

Zusammengefasst, ich wäre die ultimative super Superheldin. 

Bis zu dem Zeitpunkt, in dem ich mich für ein passendes Superheldinnen-Outfit entscheiden müsste. Dann würde ich auf den harten Boden der Realität zurückgeholt: Rock, Hosen, lang, kurz, knapp, sexy oder doch eher praktisch? Mit eingebauten Waffen? Mit Cape oder doch lieber ohne? Welche Frisur dazu? Und Himmel, welche Schuhe?

Fragen über Fragen über Fragen.

Ich könnte zwar die Welt retten – aber diese Qual der Wahl geht dann doch zu weit. Zumal mein Verhältnis zu Hosen sowieso etwas angespannt ist. Also entscheide ich mich, lieber im Trainer auf dem Sofa zu sitzen und meinen Nachos hinterher zu trauern, statt mich Iron Man und Wonder Woman anzuschliessen. Ist vielleicht auch besser so – ich möchte ja niemandem die Show stehlen. 

Talina Steinmetz ist das Redaktionsküken. Mit 23 Jahren möchte sie das Wochenende noch voll ausnutzen. Technopartys bis tief in die Nacht, spontane Motorradausflüge und längere Sporteinheiten gehören zur Tages-, beziehungsweise Wochenendordnung. Montags trotzdem fit zu sein, ist ihre Stärke. Und falls das mal nicht der Fall sein sollte, helfen Fotos von Babybüsis oder das Schreiben eines Blogs.

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