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Stricken für Schweinehirnis

Züriost-Blog

Stricken für Schweinehirnis

Lea
Chiapolini
Mittwoch, 27. November 2019, 10:00 Uhr Züriost-Blog

«So ein Hirni im Glas auf dem Büchergestell, das wäre doch geil! Aber irgendwas zum Drüberziehen wäre nötig. Falls Frauenbesuch da ist.» Wir haben ab und zu gspässige Mitbewohner, wie Sie ja bereits wissen. Der Urheber dieser Aussage liegt mir aber tatsächlich am Herzen. So sehr, dass ich ihm eine Freude machen wollte. Besonders, wenn er sich drei Wochen vor seinem Geburtstag ein Hirni wünscht. Muahaha.

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Schweinehirn beim Metzger zu bestellen, ist einfach. Habe sogar Tipps für die Zubereitung erhalten. Erst, als die Metzgerin mir einen Sack voll blutiger Klumpen entgegenstreckte, wurde ich langsam unsicher. Warum das so verstückelt aussehe? Irgendwie müsse man das Hirn ja aus dem Schädel popeln. Alles klar.

Doch in welche Flüssigkeit das Hirni einlegen? Purer Alkohol. Kennt man aus Horrorfilmen. Wenn man aber versucht, in der Apotheke puren Alkohol zu kaufen, wird das Verkaufspersonal skeptisch. In Wetzikon gibt’s zum Glück die obermegatollste Apothekerin, die nach meinen Hirni-Ausführungen keine Miene verzog und sec fragte: «Warum nehmen Sie nicht einfach Brennsprit?» Dieser enthalte über 90 Prozent Alkohol und sei für etwa zwei Franken im Migros erhältlich.

Drei Wünsche frei, juhui! Aber aufgepasst, was man sich wünscht... (Quelle: Youtube)

Blieb noch die Frage des Behältnisses. Ein erster, prüfender Blick in den Blutsack ergab, dass sich nicht nur ein Schweinehirn, sondern sieben einzelne Hälften darin befinden. Njamm. Kurze Zeit später kuschelten sich je zwei Hirnihälften gemütlich in ein mittelgrosses Gonfiglas. Die übrige Hälfte hätte ich ja gerne irgendwie zubereitet. #yolo und so. Doch meine anderen Mitbewohner, die am Hirniplan beteiligt waren, hatten sich gesträubt. Schon beim Einfüllen stellten sie sich als nicht gerade abenteuerlustig heraus – und behaupteten noch zwei Wochen später, die Hände würden nach Hirni riechen. Darum läuft in einem Gonfiglas jetzt eine Ménage à Trois.

Das Stricken eines Bommelmützchens für jedes einzelne Gonfiglas frass insgesamt die meiste Zeit des Projektes. Doch es hatte sich gelohnt. Der Mitbewohner fiel an seinem Geburtstag schier vom Stuhl, als er sein Geschenk auspackte. Und alle, die diese Geschichte bisher gehört haben, wissen jetzt, dass man aufpassen muss, was man sich in meiner Gegenwart wünscht.

Die enthusiastische Bereitschaft, Wünsche etwas zu ernst zu nehmen, liegt mir übrigens in den Genen. Und auch ich tappte schon in diese Falle. Von meinem Vater wünschte ich mir einst ein «richtig grosses Puzzle» zu Weihnachten. Bekam ich auch. Zwei auf vier Meter gross. 18’000 Teile. Danke Papi.

 

Und ja, es gibt ein Foto von den Hirnis und das kommt jetzt. 

 

Aber das will ja nicht jeder sehen. 

 

 

Darum wäre jetzt hier die Haltestelle für Leser mit flauem Magen. 

 

 

 

Gern geschehen!

 

 

 

 

 

Ganz harmlose Mützchen... Ganz harmlose Mützchen... ...oder Horrorfilm? (Fotos: Lea Chiapolini) ...oder Horrorfilm? (Fotos: Lea Chiapolini)

Lea Chiapolini will doch eigentlich gar nicht so viel. Nur ein schönes Leben, gutes Essen, viel zu lachen und ab und zu etwas zu motzen. Und natürlich immer Recht haben. Aber dies ist ihr erstes Leben. Sie übt noch.

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