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Die Schwiegermutter und das Gender-Problem

Züriost-Blog

Die Schwiegermutter und das Gender-Problem

Redaktion
Züriost
Montag, 25. November 2019, 08:57 Uhr Züriost-Blog

Lauschen ist unfein, das weiss ich. Ich würde auch nie extra meine Kinder belauschen. Aber man muss ja bei uns an den Kinderzimmern vorbeilaufen, um das Bad zu erreichen… So wurde ich auf dem Weg zum Zähneputzen unfreiwillig Zeugin einer interessanten Lehrstunde.

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Lehrer: Mein sechsjähriger Sohn. Belehrte: Meine Schwiegermutter, die Tatta, zu Besuch aus der Surselva.

Tatta: Tolli Lego hesch du da. Und so vill!

Sohn: Ja, gell, isch cool! Voll cool! Die da sind alli vo Ninjago.

Tatta: Ninjago?

Sohn: Kennsch nöd? Isch doch uf Netflix. Das sind so vier Ninjas, wo gege de bösi Schlangemeischter kämpfed. Aber für das müend sie ihres wahre Potenzial entdecke und ihri goldige Waffe ha!

Tatta: Aha. Mmhh. Gell, ihr Buebe spilled halt alli gern mit Waffe.

Sohn: Ou! Das seisch aber gschider nöd vorem Mami. Das vertreit sie gar nöd.

Tatta: Öh... wieso?

Sohn: Tschänder!!!

Tatta: Tschä… Was?

Sohn: Tschänder! S Tschänderproblem! Hett sie dir das würkli no nie erchlärt?

Tatta: Nei… Was isch denn das?

Sohn: Aso Tschänder heisst, dass es so Erwachseni git, wo leider nöd so gnueg überlegged. Und drum erwartets vo de Buebe, dassi cool sind und mit Waffe spilled, und vo de Meitli, dass es herzig usgsehnd und gern rosa hend. Und reded ihne das i und schenked ihne nume derig Sache. Verstasch?

Tatta: Öh… glaub scho.

Sohn: Und denn wend am Schluss alli Buebe Arzt werde und all iMeitli Chrankeschwöschter. Das isch au ok, aber es dörf au umgekehrt si. Aso Ärztin und Chrankepfleger. Und wenn en Bueb Arzt wird, dörf er zum Bieschpiel au es violetts Arztgwändli azieh! Wenn er das will.

Tatta: Ah... und d Ärztin aber au?

Sohn: Klar. Wobi mer da wieder nöd weiss, ob sie die Farb vo sich us gern hett oder wegem Tschänderproblem. Wür s Mami säge. Aber weisch was, das Thema nervt mich jetzt. Spillemer gschider Ninja!

Isabelle Maissen fragt nicht, ob sich Beruf und Familie vereinen lassen. Sie packt einfach alles ins Leben, was ihr wichtig scheint: Den abenteuerlichen Alltag mit zwei Schulkindern, einen Job, der jeden Tag anders daherkommt und viel Auslauf in Form von sportlicher Betätigung. Manchmal liegt auch etwas Schlaf drin. Der Ehemann «hilft» nicht im Haushalt, sondern erledigt genauso selbstverständlich seine Hälfte, wie sie ihre Hälfte zum Einkommen beiträgt. Die Ehe funktioniert trotzdem und die Kinder wirken soweit unbeschädigt.

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