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Mit der Spinne auf dem WC

Züriost-Blog

Mit der Spinne auf dem WC

Lea
Chiapolini
Mittwoch, 23. Oktober 2019, 10:16 Uhr Züriost-Blog

Spinneninvasion. Anders kann man die aktuelle Situation bei mir zu Hause nicht beschreiben. Es scheint wirklich so, als würde gerade alles achtbeinige Getier zur Wallfahrt in unsere heiligen Hallen ansetzen. Wird ihnen wohl zu kalt draussen. Kann ich voll verstehen. Und Spinnen sind bei uns nicht prinzipiell unwillkommene Gäste. Denn was Mücken frisst, ist unser Freund. Aber so viele Spinnennetze, wie sich derzeit in den Ecken unserer Zimmer befinden, brauchen wir wirklich nicht. Vor allem sterben Mücken ja im Herbst. Glaubs.

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Bei uns heissen alle Spinnen Fred. Die besonders grossen Monster-Fred. Und wer sich fragt, wer zum Teufel seine Spinnen benamst, dem soll hier gesagt sein: Bei meiner Teamkollegin heissen sie alle Gérard. Ist also ganz normal.

Gestatten: Mini-Fred, Wächter des WC-Papiers. (Foto: Lea Chiapolini)

Ein kleiner Fred hat es sich bei uns im Badezimmer gemütlich gemacht. Er ist zirka ein Zentimeter gross – Beine inklusive. So weit so gut. Nur hätte er sein Netz nicht genau vor meine WC-Papier-Rolle bauen müssen. Wir haben keinen Halter an der Wand angebracht, sondern stellen die WC-Rollen auf das Kästli unter dem Brünneli. Und Mini-Fred hat sich dazu entschlossen, zwischen diese seine Fäden zu spannen, sodass man, ohne aufzupassen, die Hand fadegrad ins Netz streckt, um ans Papier zu kommen. Und er lässt sich auch nicht einfach so beirren. Wie oft habe ich das Netz schon entfernt, nur um es einige Stunden später am exakt gleichen Ort wiederzufinden. Ach Fred, du kleine Naturgewalt, du.

Auch Komiker Rafi Hazera alias Zukkihund hat seine Erfahrungen mit Spinälis gemacht: 

Ich bin zwar keine Eso-Tante, aber ich glaube, dass alles, was passiert, einen Grund hat. Was will mir also Mini-Fred mit seiner unermüdlichen Netzspinnerei sagen? Er selber sagt ja nichts. Was ich irgendwie gut finde. Ist vielleicht gerade die Aufgabe, die mir das Universum da stellt: Mir selber mehr Gedanken zu machen. Neue Ansätze zu finden. Die Probleme der Menschheit zu lösen.

Seither plaudere ich ein wenig mit Mini-Fred, wenn ich so da sitze. Diskutiere mit ihm bewegende Fragen des Lebens. Da er mir nie antwortet, wenn ich mich nach dem neusten Spinnen-Gossip erkundige, erzähle ich halt mehr von mir und was mich gerade beschäftigt. In solchen Situationen hatte ich schon einige Aha-Erlebnisse. Oder Mini-Fred meine Geheimnisse anvertraut. Bisher hat er noch nichts weitererzählt.

Doch einer Sache bin ich noch nicht auf den Grund gekommen. Warum ist Mini-Fred seit kurzer Zeit plötzlich weg? Ist seine Arbeit getan? Habe ich mein Ziel und die höheren Sphären erreicht? Oder hat er sich einfach gesagt: «Die spinnt. Ich bin weg hier.» Wer weiss. Werde ich mit dem nächsten Fred besprechen.

Lea Chiapolini will doch eigentlich gar nicht so viel. Nur ein schönes Leben, gutes Essen, viel zu lachen und ab und zu etwas zu motzen. Und natürlich immer Recht haben. Aber dies ist ihr erstes Leben. Sie übt noch.

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