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Eine Züriost-Bloggerin in der Porno-Falle

Züriost-Blog

Eine Züriost-Bloggerin in der Porno-Falle

David
Kilchör
Sonntag, 06. Oktober 2019, 10:30 Uhr Züriost-Blog

Kollegin Lea hat mich in ihrem letzten Blog bezichtigt, ich hätte das Wort «Böse» in einem früheren Beitrag als Klickköder missbraucht. Und Blogs haben so an sich, dass sich die Bezichtigten darin nicht wehren können. Das ist grossartig für die Autoren. Man kann einfach lustig Leute bezichtigen und mit dem verbalen Zeigefinger herumfuchteln. Konsequenzen muss man nicht fürchten. Künstlerische Freiheit und so.

Hier gehts zu allen Züriost-Blogs >>

Kollegin Lea hat aber offenbar vergessen einzukalkulieren, dass ich ja auch einen Blog habe – auf den sie im Übrigen sogar verwiesen hat, was die ganze Bezichtigungsnummer umso irritierender macht, es sei denn, sie hätte sich einen Gegenangriff erhofft.

Deshalb erstens: Das Wort «Böse» brachte die Essenz meines damaligen Blog-Inhalts perfekt auf den Punkt. Klickködereien sind mir fremd. Würd ich niemals tun.

Und zweitens: Gegenangriff! Trara!

Kollegin Lea hat sich also gedacht, sie wedle mit dem Sex-Begriff im Titel herum, ohne danach viel Greifbares (höhö, wie sie dazu klammerbemerken würde) zu liefern – um dem Leser so das Konzept Klickköder erlebbar zu machen. Ihr Plan ist leider aufgegangen. Sie hat meinen Blog über böse Autostöppler innert Minuten um Klickmeilen abgehängt.

Aber zu meiner Schadenfreude ist die Sache zumindest ein bisschen schiefgelaufen. Ihr Nicht-Sex-Blog landete auch auf unserem Newsletter – inklusive des verfänglichen Titels «Für Sex hier klicken».

Darauf schrieb uns ein Leser alarmiert folgende Zeilen:

Guten Tag

Ich habe gestern einen Newsletter erhalten, der ganz normal aussieht - und auch die aktuellen Themen beinhaltete.

Zum Glück habe ich den Betreff gelesen und dort steht «Für Sex hier klicken». Mail sofort in den Spam-Ordner verschoben und nicht geöffnet.

Der Absender ist jedoch völlig unverdächtig Züriost [zodigital@zol.ch], aber eingeschoben sind Sexlinks.

Haben Sie über solche Fälle Kenntnis?

Lieber Newsletter-Leser, ich bin dir sehr dankbar, dass du die Schwächen von Klickköder-Leas primitivem Blog-Titel offenbart hast. Wir sind uns einig: Sex-Klickköder gehören in den Spam und nicht auf unser schönes Oberländer News-Portal!

Wobei: Viele Klicks sind schon schön. Das ist ein bisschen, wie wenn man Strassenmusik macht und für einmal ganz viele Menschen stehen bleiben, statt ganz wenige. Deshalb habe ich mir gedacht, ich könnte das Wort Porno in den Titel setzen und mal schauen, was passiert. Ich melde es euch Lesern dann. Oder Kollegin Lea tut es. In ihrem Konter-Blog.

David Kilchör bestreitet seinen Blog wie sein Leben: Ohne Plan, ohne Themenschwerpunkt. Dafür mit viel Vertrauen, dass es trotzdem gut kommt. Oder zumindest nicht im Desaster endet. Und wenn es doch im Desaster endet, macht er daraus seinen nächsten Blogeintrag.

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