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Ustermer in der Baselfalle

Züriost-Blog

Ustermer in der Baselfalle

Redaktion
Züriost
Sonntag, 22. September 2019, 10:00 Uhr Züriost-Blog

Geehrte Leserin, geehrter Leser, bitte reisen Sie auf keinen Fall nach Basel! Nicht, dass es nicht schön wäre, im Gegenteil, aber Zürcher Oberländerinnen und Oberländer sind am Rhein wahrscheinlich weniger wohlgelitten als auch schon. Und es ist meine Schuld; mit meinem Mann und meinen Kindern habe ich alles dafür getan, das angespannte Verhältnis zwischen Basel und allem, was Zürich im Namen trägt, weiter zu verschlechtern.

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Dabei wollten wir bloss meinen Schwager besuchen. Das hat zunächst auch geklappt, aber die Rückreise geriet zum Fiasko. Leider sind die Basler Trams, pardon, Drämmli, ganz anders dimensioniert als die in Zürich, sodass wir die Breite der Tür falsch einschätzten und am Bahnhof mit unserem schicken Mountain Buggy darin stecken blieben. Im Feierabendandrang. Der eng getaktete Fahrplan geriet durcheinander, und erst nach bangen Minuten liess sich der verkeilte Kinderwagen lösen. Die anderen Passagiere schauten uns aus dem Drämmli heraus sichtlich genervt beim Entkeilen zu, und obwohl wir so wenig wie möglich sprachen, rutschte uns immer wieder ein Züritütsches Wort heraus und brandmarkte uns zusätzlich.

Als wir endlich schweissgebadet auf dem Perron standen, fiel meinem Mann auf, dass wir zwar beide Kinder und den Buggy hatten, nicht aber unseren Rucksack – der fuhr mit dem Drämmli weiter, mitsamt Bargeld, Kreditkarten, einem Handy, Zugbilleten, Kinderzvieri, Wasser und WINDELN!

Also machten wir nochmals ein ziemliches Theater, diesmal am Schalter, um den Drämmlichauffeur zu alarmieren, und riefen alle möglichen Stellen an, um Karten und das entflohene Handy zu sperren. Der Rucksack war aber offenbar nicht mehr im Dramm, daher kauften wir zähneknirschend nochmals Billete nach Uster (kleine Kinder haben einen enttäuschend kurzen Geduldsfaden), stiegen in den IC und bettelten vorher noch ein anderes (Basler) Elternpaar um eine Windel an (auf Züritütsch, versteht sich).

Dann kam doch noch der Anruf: Der Rucksack war gefunden worden, zwar ohne Bargeld, aber immerhin mit dem ganzen Rest. Wir sprangen auf und rafften alles zusammen, aber Sie ahnen es: Der Zug war gerade losgefahren.

Unser Wehklagen mussten nun nicht nur Züripendlerinnen und -pendler ertragen, sondern natürlich auch alle Basler Passagiere, die sich nach Zürich wagten und nun schon im Zug die Nase voll bekamen, zumal unsere Kinder ausgehungert und übermüdet gar nicht herzig sind.

Den Abend konnten wir übrigens retten: Beim gelben M für die Kinder und mit dem besten Ustermer Pizzakurier für die Eltern (Sie wissen schon… der mit dem vielen Knoblauch). Unseren nächsten Wochenendtrip machen wir dann lieber wieder an den Greifensee!

Isabelle Maissen fragt nicht, ob sich Beruf und Familie vereinen lassen. Sie packt einfach alles ins Leben, was ihr wichtig scheint: Den abenteuerlichen Alltag mit zwei Schulkindern, einen Job, der jeden Tag anders daherkommt und viel Auslauf in Form von sportlicher Betätigung. Manchmal liegt auch etwas Schlaf drin. Der Ehemann «hilft» nicht im Haushalt, sondern erledigt genauso selbstverständlich seine Hälfte, wie sie ihre Hälfte zum Einkommen beiträgt. Die Ehe funktioniert trotzdem und die Kinder wirken soweit unbeschädigt.

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