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Rottet diese Viecher aus!

Züriost-Blog

Rottet diese Viecher aus!

Thomas
Bacher
Sonntag, 08. September 2019, 16:02 Uhr Züriost-Blog

Es ist ja schon erstaunlich, was Männer alles bewirken können, wenn sie sich um ihre Potenz sorgen. Zum Beispiel können sie die halbe Tierwelt ausrotten.

Für die Tiger siehts ja gerade nicht besonders gut aus, weil ihre zerriebenen Knochen und ihre getrockneten Penisse die Manneskraft steigern sollen. Ebenfalls alles andere als leicht haben es Seepferdchen, Geckos, Schildkröten, Saiga-Antilopen, Nashörner. Bären wird die Galle abgezapft, und den Haifischen die Rückenflosse abgeschnitten, der Rest des Fisches darf dann schwimmunfähig auf den Meeresboden sinken und dort verrecken. Und weil die Chinesen ganz wild sind auf die angeblich stärkende Esel-Gelatine, haben die Afrikaner bald keine Esel mehr.

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Natürlich möchte man jetzt gen Osten rufen: Hey Alter, dass du deine Frau nicht mehr sexy findest, liegt nicht daran, dass du am Morgen keinen Tigerpenis im Tee hattest, sondern weil sich die Gattin die Oberlippe nicht mehr rasiert und zudem tierischen Mundgeruch hat.

So ein Luder: Irgendwie sieht man dieser Qualle ja schon an, was für eine Wirkung sie auf Männer hat. (Pixabay)

Doch wir sollten uns von solcherlei rassistischer Überheblichkeit hüten. Denn erstens haben wir Europäer unsere Wildtiere schon vor Jahrzehnten ausgerottet. Und ausserdem schwören wir selber auf ziemlich gewöhnungsbedürftige Aphrodisiaka und Potenzmittel. Zum Beispiel Austern. Denn jetzt mal ernsthaft: Wer würde schon aus kulinarischen Gründen etwas in den Mund nehmen, das die Konsistenz von Rotze hat und nach brackigem Wasser schmeckt? Und Austern haben auch Gefühle, imfall.

Noch schlimmer ist nur der Knollensellerie, der angeblich ja auch Wunder wirken soll. Wie ist dieses Gewächs in die Regale unserer Supermärkte gekommen? Ich kann mir nur eine Erklärung vorstellen: Es war einmal ein Bauer namens Buck. Der pflanzte im Suff statt Kartoffeln Sellerie an, doch niemand wollte das grässliche Zeug kaufen. Also erzählte er eines Abends im Wirtshaus von seinem Knecht, der nach einem Biss in die Knolle mit seiner Magd zwei Tage und zwei Nächte ununterbrochen Sie-wissen-schon-was gemacht hat. Und nach 24 Stunden war Bauer Buck seinen Sellerie los.

Igitt! Aber getrocknet und zerrieben gehts schon. (Pixabay)

So gesehen haben vermeintliche Potenzmittel tatsächlich ein grosses Potenzial. Zwar nicht, um die Nudel hart zu machen, sondern um etwas loszuwerden, das man nicht mehr will. Doofes Gemüse zum Beispiel. Oder noch viel besser: lästige Viecher. Denn werden einer Tierart erst einmal viagramässige Eigenschaften nachgesagt, dauert es nicht lange, und sie ist vom Erdboden verschwunden.

Deshalb beantrage ich, folgende Lebewesen in die Liste potenziell potenzfördernder Subjekte  aufzunehmen: Wespen, Quallen, Elstern (die wecken mich immer am Morgen), Nacktschnecken, Mücken, Wespen (ja, hatten wir bereits, aber die nerven wirklich), Tauben, rote Ameisen und Stinkwanzen. Ach ja, und bitte auch Katzen. Unbedingt Katzen.

Thomas Bacher ist überzeugt davon, dass die Welt um ihn herum immer verrückter wird. Seinen Psychiater möchte er damit nicht belästigen, viel lieber schreibt er darüber. 

Okay, die hier ist fast ein bisschen herzig, aber sie gehört trotzdem auf die Liste. (Pixabay)

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