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Den Blinker nicht setzen – das kann teuer werden

100 Franken bei Unterlassung

Den Blinker nicht setzen – das kann teuer werden

War es früher eine orange Kelle, die seitlich aus der B-Säule des Fahrzeugs herausklappte, sind es heute meist orange Leuchten hinten, vorne und seitlich, mit denen ein Richtungswechsel angezeigt wird. Doch wie sind eigentlich die Vorschriften für den Gebrauch?

Gerold
Schmid
Samstag, 06. Januar 2018, 10:36 Uhr 100 Franken bei Unterlassung
Erinnerung an vergangene Zeiten. Ein sogenannter Winker, mit dem man früher die Richtungsänderung anzeigte.

Manchmal scheint es, als sei das Setzen des Blinkers im Strassenverkehr etwas allzu sehr individuelles. Jeder und Jede – ob Auto- oder Radfahrer –, so meine Wahrnehmung, misst der Richtungsanzeige eine je eigene Bedeutung und Funktion zu. Allerdings, die rechtliche Grundlage ist glasklar geregelt. Die Folgen der Nichtbeachtung dieser Grundlage übrigens auch.

Klar geregelt

In der Verkehrsregelnverordnung (VRV) und dem Strassenverkehrsgesetz (SVG) ist das festgehalten. Im SVG so: «Jede Richtungsänderung ist mit dem Richtungsanzeiger oder durch deutliche Handzeichen rechtzeitig bekannt zu geben. Dies gilt namentlich für: a. das Einspuren, Wechseln des Fahrstreifens und Abbiegen; b. das Überholen und das Wenden; c. das Einfügen eines Fahrzeuges in den Verkehr und das Anhalten am Strassenrand.» (Art. 39) In der VRV so: «Der Fahrzeugführer hat alle Richtungsänderungen anzukündigen, auch das Abbiegen nach rechts. Selbst der Radfahrer, der zum Überholen eines andern ausschwenkt, hat dies anzuzeigen. Die Zeichengebung ist nach der Richtungsänderung unverzüglich einzustellen. Radfahrer können die Zeichengebung bereits während der Richtungs­änderung einstellen.» (Art. 28) Voilà.

Kostenpunkt ein «Lappen»

Wer nun, zum Beispiel beim Fahrspurwechsel, den Blinker nicht setzt, oder wer, wie auch schon erlebt, nach dem Abzweigen den Blinker erst nach einem gefühlten Kilometer einstellt, für den wird es teuer. Sowohl das Unterlassen, als auch das Nichteinstellen des Blinkers kosten je 100 Franken. Gleichviel wie mit dem Handy am Steuer telefonieren oder dem unberechtigten Parkieren zwischen vier und zehn Stunden.

Lieber einmal zuviel

Nun, Blinker – Fachchinesisch «Richtungsanzeige» – sind da, um Klarheit zu schaffen. Ein Mantra, das ich im immer stressigeren Alltagsverkehr vor mich hinmurmle. Lieber einmal zuviel den Blinker setzen, als zu wenig; auch mal auf dem Parkfeld des Einkaufszentrums.

Eine gut bebilderte Übersicht, in welcher Situation der Blinker zu setzen ist, findet man auf der Webseite des TCS, unter «Testberichte & Ratgeber» und dann «Verkehrsregeln». Fünf bis zehn Minuten, die sich lohnen, nicht nur um der Fahrsicherheit willen, sondern auch wegen des Portemonnaies.

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