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Züriost-Blog

Fremde Fötzel raus

Lea
Chiapolini
Mittwoch, 02. September 2020, 10:00 Uhr Züriost-Blog

Sie sind einfach ein Plage. Täglich kommen neue. Teils von weit her. In Massen. Und bedrängen, was uns lieb ist. Was wir hegen und pflegen. Meist merkt man erst auf den zweiten Blick, dass sie anders sind. Meist erst, wenn es zu spät ist.  

Sie nerven mich. Ich kann mich nicht vor ihnen schützen, sie sind überall. Sie verursachen nur Arbeit, Abfall und kosten Geld. Sie stehlen mir den Boden unter den Füssen weg. Weder brennende Sonne noch starker Regen können sie aufhalten.

Und obwohl ich bei weitem nicht die einzige Kritikerin bin, gibt es immer wieder Stimmen, die sich für sie einsetzen. Die Erbarmen mit ihnen haben und dann mit Diversität argumentieren. Manche sehen ja wirklich gut aus, kommen in verschiedenen Farben. Aber Schönheit alleine reicht nun mal nicht aus für ein Aufenthaltsrecht. «Es ist eben alles subjektiv, manche können auch helfen» – jaja blablabla...

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Mich gegen sie zu wehren, ist chancenlos. Kleine Siege gibt es zwar. Doch die Freude ist nur kurzweilig. Die Lücken werden schnell gefüllt. Meist kommen sie dann zahlreicher als zuvor.

Es ist wie gegen Windmühlen kämpfen. Vor allem, wenn links von mir weggeschaut wird und sie sich einfach in nächster Nähe zu meinem Haus verbreiten. Ich habe nicht die Zeit, um täglich stundenlang zu kontrollieren, dass hier alles mit rechten Dingen zu und her geht!

Manchmal tun sie mir auch weh. Nicht nur, wenn ich sie gezielt ins Visier nehme, oft nur schon, wenn ich zu nah an ihnen vorbeigehe. Dann bin ich erst recht verzweifelt. Und helfen will einem ja meist niemand. Ich traue mich sowieso nicht, zu fragen.

Ich sorge mich um die Zukunft. Wie lange werde ich noch die Energie haben, diesen Kampf zu führen? Irgendwann löscht es einem doch einfach ab. Und was dann? Das Feld ihnen überlassen? Einfach so?

Was wäre ich für eine Schweizerin, wenn ich mich geschlagen geben würde? Nein, das machen wir nicht. Wir sind tüchtig. Wir bleiben dran. Also Unterschriften sammeln? Eine Initiative starten? Bringt doch nichts. Wie soll es auch.

Also reisse ich regelmässig Pflanze für Pflanze aus und geniesse die Momente, in denen für kurze Zeit wirklich alle weg sind und der Garten aussieht wie aus dem Bilderbuch.

Echt, dieses Unkraut in meinem Gemüsebeet macht mich wahnsinnig. 

Lea Chiapolini will doch eigentlich gar nicht so viel. Nur ein schönes Leben, gutes Essen, viel zu lachen und ab und zu etwas zu motzen. Und natürlich immer Recht haben. Aber dies ist ihr erstes Leben. Sie übt noch.

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Absichtlich in die Irre geführt, ich konnte kaum glauben was ich lese. Bis zum letzten Absatz.
Der scherzhafte Beitrag greif aber tatsächlich eine Doppelmoral auf welche sich auch bei Lebewesen beobachten lässt. Eingeschleppte, fremde Arten welche gene bei uns weben würden aber das Gleichgewicht stören, werden mit viel Aufwand und radikal bekämpft. Nicht nur Pflanzen sondern auch Tiere. Wer diese Gedanken aber konsequent auf Menschen und Kulturen nur zu Laut denken würde, würde mit Busse und Gefängnisse bedroht.
In diesem Sinne scheint die humoristische Irreführung ein licht auf eine Doppelmoral.